St. Gallen: «Wahlheirat» von FDP und SVP?

Für die FDP kommen schweizweite Listenverbindungen mit der SVP nicht in Frage. Zu weit auseinander würden die beiden Parteien politisieren, so FDP-Präsident Philipp Müller in der «NZZ am Sonntag». Aber: In St. Gallen ist ein Schulterschluss zwischen FDP und SVP für die Nationalratswahlen möglich.

Leere Wahlurnen.

Bildlegende: Die Wahlurnen sind noch leer - bei den Parteien laufen die Vorbereitungen aber auf Hochtouren. Keystone

Die linken Parteien machen es seit Jahren vor: Sie schliessen sich zu Listenverbindungen zusammen und erobern so zusätzliche Sitze im Nationalrat. Eine solche «Wahlheirat» fordert nun auch SVP-Präsident Toni Brunner. Aus rein rechnerischen Gründen müsse die SVP Listenverbindungen eingehen.

Allerdings: Im Kanton St. Gallen hat die SVP wenig Auswahl. Mit der BDP möchte die SVP aus geschichtlichen Gründen nichts zu tun haben. Die CVP politisiert zu weit weg von der SVP und so bleibt eigentlich nur die FDP, welche politisch am nächsten bei der SVP ist. Oder wie es Toni Brunner in Anspielung auf die linken Parteien sagt: «Wenn damit zum Beispiel ein zusätzlicher Sitz für die FDP gesichert werden kann, dann ist mir das allemal lieber.»

Für die FDP auf der anderen Seite ist klar: Im Gegensatz zu früheren Jahren soll es im Wahljahr 2015 eine Listenverbindung geben. Eine Zusammenarbeit mit der SVP stehe aber nicht im Vordergrund. Auch ein Schulterschluss mit den Grünliberalen oder mit CVP und BDP könne man sich vorstellen, sagt FDP-Präsident Marc Mächler.