Zum Inhalt springen
Inhalt

Wahlkampf Albert Rösti: «Das kann nicht im Interesse der FDP sein»

FDP-Präsident Philipp Müller schickte am Wochenende eine klare Absage an die SVP: eine Absage an einen bürgerlichen Schulterschluss bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst. Macht er der SVP damit einen Strich durch die Rechnung?

Albert Rösti hält neben Toni Brunner und einem Schild, auf dem "Frei bleiben" steht, eine Rede.
Legende: Albert Rösti von der SVP will nun auf kantonaler Ebene Überzeugungsarbeit leisten. Keystone

Bei den Wahlen im Herbst wird es keine flächendeckenden Listenverbindungen der FDP mit der SVP geben. Das hat FDP-Präsident Philipp Müller am Wochenende in einem Interview gesagt. Die SVP habe sich in wichtigen Fragen radikalisiert, und Pläne für extreme Initiativen schreckten viele FDP-Mitglieder ab.

Albert Rösti, Wahlkampfleiter der SVP, bedauert die Absage der FDP Schweiz. Gegenüber SRF sagt er: «Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass es sinnvoll ist; dass es diesen bürgerlichen Schulterschluss braucht.»

Man müsse bei Parteiprogrammen nicht zu 100 Prozent übereinstimmen, so Rösti. Man sollte sich aber mit jenen Parteien, die einem am nächsten sind, zusammentun, denn: «Es geht um die Frage, ob wir in der nächsten Legislatur Mitte-links oder Mitte-rechts stehen.» Das Angebot der SVP, mit der FDP im Herbst gemeinsame Sache zu machen, bleibe deshalb bestehen.

Konzentration auf kantonale Parteien

Aus Röstis Sicht ist in Sachen Listenverbindungen mit der FDP noch nicht das letzte Wort gesprochen. «Es ist uns bewusst, dass es schwieriger wird, da die Absage von der nationalen FDP kommt», sagt er. Doch die Kantonalparteien hätten schliesslich nach wie vor die Freiheit, trotzdem mit der SVP anzutreten.

Wenn es jedoch nicht gelingen sollte, auf kantonaler Ebene flächendeckend gemeinsame Listen aufzustellen, sind dem Wahlkampfverantwortlichen die Konsequenzen bewusst: «Dann werden andere diese Listenverbindungen eingehen, Restmandate machen, was vielleicht auch nicht unbedingt dem Wählerwillen entspricht.»

In zwei bis drei Kantonen wird eine Verbindung von FDP und SVP voraussichtlich zustande kommen. Doch wie will die SVP die anderen Kantone umwerben – jetzt, nach dem Nein des FDP-Parteipräsidenten? «Wir müssen ihnen klar machen, dass wir mit der Partei zusammenarbeiten wollen, die in wichtigen Positionen mit uns übereinstimmt», sagt Rösti.

Nähe zur FDP bei der Sicherheitspolitik

Nahe beieinander stehen würden die beiden Parteien bei der Wirtschafts- und Finanzpolitik, aber auch bei der Sicherheitspolitik, so Rösti. Die SVP kämpfe für weniger Vorschriften und eine niedrige Staatsquote: «Wenn wir das nicht machen, ist der Wohlstand gefährdet. Und das muss eigentlich auch die FDP einsehen.»

Weniger Nähe gebe es bei der Ausländerpolitik und bei den Beziehungen zur EU. «Doch die paar Differenzen – auch wenn das wesentliche Geschäfte sind – sollte man eigentlich überwinden, um nicht das Risiko einzugehen, dass nachher Mitte-Links oder Links-Grün mehr Restmandate machen und somit die Macht ausbauen.» Denn das könne letztlich auch nicht im Interesse der FDP sein.

Vorbehalte gegen SVP

Vorbehalte gegen SVP

FDP-Präsident Philipp Müller lehnt die SVP-Forderung nach Listenverbindungen in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» ab. «Die SVP hat sich radikalisiert», lautet laut Müller einer der häufig erhobenen Vorwürfe aus der FDP-Basis und aus den Kantonalparteien. Lesen Sie hier mehr dazu.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

32 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von F. Muster, Zürich
    Die FDP wird nach den Wahlen 2015 zu den grossen Verlierern gehören, weil die konservative Wähler nun mal nicht unechte bürgerliche Parteien (gegen aussen bürgerlich - wirklich aber mitte links bis ganz links) wählen, sondern jene Parteien, welche auch konservative Themen vertreten und verteidigen. Und die FDP gehört leider nicht mehr zu den bürgerlichen Parteien. Sie kuschelt in zu vielen Themen mit Links und hat einige aus meiner Sicht linke Politiker in den eigenen Reihen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hoeltschi Franz, Schwyz
    Es ist gut was Rösti sagt wegen er es gut meint mit der FDP für die Schweiz als Ganze in dem Sinn. Es muss entlich diese linksgrüne Mehrheit weg in Bern wegen sie nur immer gegen das Volk Sachen machen und nicht dafür! Immer nur hört der Bürger von Sollitarität und Asylanden aufnehmen aber am Bürger wird nichts gemacht und muss lange arbeiten und die Läden haben nicht mehr offen wen man nach Hause kommt! Macht entlich etwas für das Volk und wählt FDP und SVP und alle diese Sachen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Es könnte gut sein, dass der FDP-Präsident seine "Aussage aus dem Hinterhalt" noch ernsthaft bereuen muss. Bürgerliche Parteien haben in gewissen Zeitfragen und Themen sicher differenzierte Ansichten und Meinungen. Die meisten Wähler(innen), die bürgerliche Parteien wählen, wollen aber "bürgerlich" bleiben und deren Mehrheit in den eidg. Räten behalten. Der immer stärkere "Kniefall" und Anlehnung nach "links" der Mitte-Rechts-Mehrheit, lehnen die meisten ab! Darum sollte es heissen: "Zäme ha"!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Edi, Steinlin
      Der Wählerschaft der FDP war die SVP und deren Kanditaten seit jeher zu wenig fein. Man hat sich auf allgemein auf der Mitte links Seite wohler gefühlt. Wir fragen Herr Müller nach den Wahlen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen