Der Parteipräsident Ihres Vertrauens

Der SRG-Wahlbarometer hat die Glaubwürdigkeit der Parteipräsidenten beim Stimmvolk untersucht. Während CVP-Präsident Christophe Darbellay über die Parteigrenzen überzeugt, bekunden Toni Brunner (SVP) und die Parteipräsidentinnen der Grünen in der Umfrage Mühe.

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Longchamp über Parteipräsidenten

0:23 min, vom 2.10.2014

Aus der Sicht der eigenen Partei sei Toni Brunner der beste Parteipräsident, den man sich wünschen kann, sagt Politikexperte Claude Longchamp. Denn der SVP-Präsident kommt am besten bei seiner Wählerschaft an – die anderen Präsidenten wirken in ihren eigenen Reihen nicht so glaubhaft wie er. Auch die Parteipräsidenten, die nach 2008 in ihr Amt gewählt wurden, kennen bei dieser Umfrage innerparteilich eine breite Abstützung: Christophe Darbellay und Christian Levrat.

Bei den Parteipräsidenten der Grünen und der FDP, die erst kurze Zeit im Amt sind, liegen die Werte für die Unterstützung in der Partei tiefer. Der Grund liegt hier weniger in einer grösseren Opposition als in einer geringeren Bekanntheit.

Wenn man aber die Ausstrahlung über die Parteigrenzen hinaus misst, dann ist klar: Toni Brunner polarisiert. 32 Prozent der Schweizer Wählerschaft findet ihn laut dem SRG-Wahlbarometer unglaubwürdig. Von den fünf Partei-Vorstehern ist nur Christophe Darbellay bei allen Parteien ausserhalb der SVP mehrheitlich anerkannt.

Im Vergleich der Sprachregionen geben die Westschweizer den Parteipräsidenten den höchsten Kredit. Ein Spezialfall ist auch hier Toni Brunner: Der SVP-Präsident erzielt seine besten Werte in der Sonnenstube der Schweiz.

So glaubwürdig sind die Parteipräsidenten

    • CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay

      Bildlegende: Der CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay erreicht bei der Umfrage einen Spitzenwert. Keystone

      1.Christophe Darbellay

      Der CVP-Präsident ist mit 49 Prozent am weitesten über die eigene Wählerschaft hinaus verankert. Er vermag bis ins linke Spektrum zu überzeugen, jedoch nur beschränkt, wenn man weiter nach rechts schaut.

    • SP-Präsident Christian Levrat

      Bildlegende: SP-Präsident Christian Levrat hat eine gewisse Strahlkraft im rechten Spektrum. Keystone

      2. Christian Levrat

      Christian Levrat wurde von 44 Prozent der Befragten als glaubwürdig beurteilt. Bei seiner Wählerschaft sogar bei 75 Prozent. Interessant bei den anderen Parteien: Er hat eine gewisse Strahlkraft im rechten Umfeld, weniger aber in der Mitte oder bei den Linken.

    • SVP-Präsident Toni Brunner

      Bildlegende: SVP-Präsident Toni Brunner ist bei seinen Parteimitgliedern beliebt. Keystone

      3. Toni Brunner

      Die Wählerschaft des SVP-Präsidenten hegt keine Zweifel an seiner Integrität. Ansonsten polarisiert seine Person. Insbesondere von den linken Parteien erhält er mehrheitlich kritische Einschätzungen.

    • FDP-Präsident Philipp Müller

      Bildlegende: FDP-Präsident Philipp Müller erhofft sich einen Aufwärtstrend für seine Partei. Keystone

      4. Philipp Müller

      Der FDP-Präsident wird von 38 Prozent aller Befragten als glaubwürdig empfunden. Er vermag im bürgerlichen Umfeld zu überzeugen, nicht aber im linken Spektrum.

    • Adèle Thorens (VD) und Regula Rytz (BE)

      Bildlegende: An der Spitze der Grünen steht neu ein Co-Präsidium: Adèle Thorens (VD) und Regula Rytz (BE). Keystone

      5. Adèle Thorens (VD) und Regula Rytz (BE)

      Das Co-Präsidium der Grünen ist einigen Wählern noch nicht bekannt: 47 Prozent der Befragten kennt das Führungs-Duo nicht. Die Glaubwürdigkeit ist jedoch mehrheitlich intakt.

Eckwerte des Wahlbarometers

Die Umfrage wurde im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 15. und 25. September 2014 durchgeführt. Befragt wurden 2020 Personen. Mehr lesen Sie hier.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Trend zur politischen Mitte

    Aus Tagesschau vom 3.10.2014

    Die politische Polarisierung der letzten Jahre scheint sich hinsichtlich der Wahlen in gut einem Jahr abzuschwächen. Die SVP wird laut SRG-Wahlbarometer verlieren. Zu den Gewinnern gehörten SP, GLP und FDP. Thema Nummer eins ist die Migration.