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Wirtschaft 100 Anwälte unter einem Dach: Gross-Kanzleien boomen

Grosse Unternehmen brauchen regelmässig Hilfe in Rechtsfragen. Ihre Angelegenheiten werden immer komplexer. Gut für Schweizer Anwälte: Sie haben viel zu tun. Und organisieren sich immer öfter in Kanzleien mit mehreren Dutzend Anwälten.

Legende: Video Anwaltsbranche: Rasantes Wachstum abspielen. Laufzeit 07:12 Minuten.
Aus ECO vom 04.03.2013.

Kanzleien mit einer Handvoll Anwälte haben heute kaum Chancen, an grosse Wirtschaftsmandate zu kommen. «Nur als Grosskanzlei mit Spezialisten in allen Bereichen kommt man an die grossen Unternehmens-Mandate», bestätigt Rechtsprofessor Leo Staub von der Universität St. Gallen den Trend.

Beispiel: Eine Firma will eine andere Firma übernehmen. Innert kürzester Zeit braucht sie Rechtsbeistand in unterschiedlichsten Themen-Bereichen wie Gesellschaftsrecht, Steuerrecht und Börsenrecht. Eine Kanzlei muss fähig sein, 10 Anwälte auf einmal für einen Auftrag bereitzustellen. Das können nur Grosskanzleien leisten.

Die Branche boomt: Vor 15 Jahren gab es in der Schweiz noch keine Kanzlei mit mehr als 50 Anwälten. Heute beschäftigen sogar sechs Unternehmen 100 Anwälte oder mehr (s. rechts).

Ein Drittel Anwälte mehr

Mit der Zunahme der Grosskanzleien finden mehr Anwälte Arbeit. Die Zahlen des Schweizerischen Anwaltsverbands (SAV) liegen dem Wirtschaftsmagazin «ECO» vor. Sie zeigen: In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Anwälte in der Schweiz um über 30 Prozent gestiegen.

Legende:
Zuwachs der Schweizer Anwälte Stetig mehr: In den vergangenen 10 Jahren ist die Zahl der Anwälte jährlich um je knapp 3 Prozent gewachsen. SAV

Schweizer Grosskanzleien

Diese Kanzleien beschäftigen mindestens 100 Anwälte:

- Lenz & Staehelin (150)
- Schellenberg Wittmer (130)
- Bär & Karrer (120)
- Homburger (110)
- Walder Wyss (100)
- Vischer (100)

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Jürg Oberli, Porto Ronco
    Eine ganz gefährliche Entwicklung, bzw. der Beweis, dass unser Gerichtssystem nichts mehr taugt.
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    1. Antwort von Carole Schibli, Bern
      Eigentlich nicht. Ich mache gerade mein Anwaltspraktikum in einer sog. Fald, Weld- und Wiesenkanzlei. Das ist gut für die Anwaltsprüfung, denn da muss man in allen Bereichen fit sein. Jedoch ist es doch nichts schlimmes, wenn man sich spezialisieren möchte. Bei einem grossen Auftrag ist es sicherlich von Vorteil, Spezialisten zu haben. Allgemeinmediziner sind auch gut und wichtig. Aber sie können nicht immer weiterhelfen. Mit dem Gerichtssystem hat das ganze hier nichts zu tun!
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    2. Antwort von Peter Jürg Oberli, Porto Ronco
      30 % mehr Anwälte für immer weniger Schweizer, denn die anderen haben ihren eigenen Parallelstaat. Ich bin der Meinung: " Erst wenn man alle Richter und Anwälte aufhebt, hats Recht wieder Platz" und "Anwalt gleich Honor rar". Gerchtigkeit und Richtigstellen sind bei der Kaste Licjur als störend verloren gegangen ...
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