Billiglinie in Turbulenzen 200 Air-Berlin-Piloten melden sich krank – 100 Flüge annulliert

. Eine Maschine der Air Berlin.

Bildlegende: Ob die Piloten der Air Berlin wirklich alle krank sind, darf bezweifelt werden. Keystone

  • Die Fluggesellschaft Air Berlin streicht am Dienstag rund 100 Flüge.
  • Die Billigairline begründet die Annullationen der Flüge mit «ungewöhnlich vielen Krankmeldungen der Piloten». Der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen Euro.
  • Von den Ausfällen ist auch der Flughafen Zürich-Kloten betroffen. Dort wurden drei Verbindungen von und nach Düsseldorf und Berlin-Tegel storniert. Das bestätigt eine Sprecherin des Zürcher Flughafens gegenüber SRF News.
  • Das Unternehmen rief betroffene Fluggäste auf ihrer Internetseite deshalb auf, nicht zum Flughafen zu kommen und sich stattdessen an die Hotline zu wenden.
  • Entstandene Mehrkosten könnten später geltend gemacht werden.

Mitten im Verkaufsprozess muss die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin wegen der Krankmeldung von Piloten rund 100 Flüge streichen. Die Konzernspitze reagierte mit drastischen Worten, wie aus einem Brief an die Mitarbeiter hervorgeht.

«Heute ist ein Tag, der die Existenz der Air Berlin bedroht», schrieb Manager Oliver Iffert an die Belegschaft. Tausende von Passagieren seien auf dem Weg zu den Flughäfen und würden dort vergeblich auf ihren Abflug warten. Zudem berichteten die Medien intensiv darüber. «In einem schlechteren Licht kann ein Unternehmen gar nicht dastehen als die Air Berlin am heutigen Tage.»

Der Grund für die Flugstreichungen sei eindeutig: «Es gibt heute rund 200 Krankmeldungen im Cockpit, vor allem von Kapitänen.» Viele seien es kurz vor den jeweiligen Starts eingegangen. Die Fluggesellschaft beschäftigt 1500 Piloten.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Interessenten können ihre Angebote bis zum 15. September abgeben. Eine Entscheidung über den Verkauf der Airline als Ganzes oder Teile davon könnte schon am 21. September fallen. «Gerade in dieser angespannten Situation sind die heutigen Ereignisse pures Gift», schrieb Iffert. Sie könnten die «Sanierungschancen und die weitere Betriebsfortführung der Air Berlin gefährden».