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Wirtschaft 40 Schweizer an der Berufs-WM in Brasilien

Heute beginnen im brasilianischen São Paulo die World Skills, die Berufs-Weltmeisterschaften. Dabei messen sich 40 junge Berufsleute aus der Schweiz mit 1200 anderen aus aller Welt. Doch die Veranstaltung will mehr sein als bloss ein Leistungswettbewerb.

Junge Männer und Frauen in weissen T-Shirts mit Schweizer Wappen lachen in die Kamera.
Legende: Die 40-köpfige Schweizer Mannschaft ist zuversichtlich für den Wettbewerb. swiss-skills.ch

Der beste Möbelschreiner, die beste Carrosserie-Lackierin, der beste Informatiker und weitere 37 Kolleginnen und Kollegen sind aus der Schweiz an die World Skills in Brasilien gereist. Sie alle haben in den letzten Wochen intensiv trainiert und hoffen nun auf einen Spitzenplatz an der Weltmeisterschaft der Berufe.

Qualitativ gutes Schweizer System

Mitgereist ist auch Josef Widmer, stellvertretender Direktor des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation. Er hofft, dass die Schweiz ähnlich gut abschneiden wird wie bei der letzten WM vor zwei Jahren in Leipzig. Damals erreichte die Schweiz in der Nationenwertung Rang 2 hinter Südkorea.

Während die Teilnehmenden aus Südkorea ein mehrjähriges spezifisches Training hinter sich hatten, schafften die Lehrlinge aus der Schweiz die gute Platzierung mit ein paar Wochen Training während des letzten Lehrjahres oder nach dem Berufsabschluss. Man wolle den Erfolg der Schweizer Teilnehmenden denn auch dafür nutzen, um «auf die Qualität des Systems aufmerksam zu machen», sagt Widmer.

Mit einem guten Resultat an einem internationalen Wettbewerb stellen die jungen Berufsleute nicht nur ihr Wissen und Können unter Beweis. Sie können damit auch zeigen, dass das schweizerische Lehrlingssystem im internationalen Vergleich gut mithält und es jungen Leuten gute Berufs- und Karrieremöglichkeiten bietet.

Austausch und Weiterentwicklung

Der Bund lässt sich die Teilnahme an den World Skills 2,2 Millionen Franken kosten. Pro Teilnehmer macht das rund 50'000 Franken. Vizedirektor Widmer vom Staatssekretariat für Bildung spricht von gut investiertem Geld. «Das lohnt sich auf jeden Fall.»

Seines Erachtens sind die World Skills mehr als eine Leistungsshow und mehr als eine gute Plattform, um für die Berufsbildung zu werben. Sie seien auch ein Anlass, um Fachleute und Branchenvertreter aus der ganzen Welt zusammenzubringen, damit sie voneinander lernen und sich weiter entwickeln können.

Ob sich diese Hoffnungen erfüllen, ist natürlich schwierig zu messen. Zunächst stehen für die jungen Berufsleute bis am nächsten Sonntag die Wettbewerbe und der Kampf um Spitzenplätze im Vordergrund.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Lukas Masarik, Locarno
    Ich wünsche den Teilnehmer alles Gute! Ich hoffe, dass Ihr Erfolg haben werdet. Einen grossen Verlierer kann ich leider bereits erkennen - die Integration! "Secondos" gehören anscheinend nicht zur Elite der Berufsleute. Dies widerspiegelt teilweise auch die schlechte Integration von Ausländer in unserem Land. Ich zähle gerade mal höchstens 2-3 Teilnehmer von 40 mit ausländischen Wurzeln. Obwohl schätzungsweise 30-40% der Lehrlinge in der Schweiz ausländische Wurzeln (Secondos oder Terzos) haben.
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    1. Antwort von M.Keller, Olten
      @Lukas Masarik - kann es sein, dass die von Ihnen angesprochenen ‚Verlierer‘ einfach nicht ganz so gut waren wie die, die jetzt an der WM die Schweiz vertreten? Es gab auch hier (siehe in den Medien) Vorausscheidungen, über die man sich für diese WM qualifizieren konnte. Dies ist im Übrigen bei allen grossen Sportanlässen (EM, WM, Olympiade etc.) so. Was zählt ist die Leistung. Also gibt es keine Verlierer sondern nur Gewinner.
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    2. Antwort von Lukas Masarik, Locarno
      @M.Keller. Natürlich soll nur der Beste, also der Gewinner der Vorausscheidungen, die Schweiz vertreten. Leider haben sich nur 1-3 Secondos qualifiert. http://www.swiss-skills.ch/home/mikrosites/saopaulo2015/team/kandidaten.html Es müssten aber mindestens 10 sein, wenn es nach der Statistik geht, da mind. 25% der Lehrabgänger ausländische Wurzeln haben. Für mich zeigt dies, dass die Integration in der Schweiz nicht gut klappt. Oder denken Sie, dass die Schweizer genetisch einen Vorteil haben?
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  • Kommentar von A. Werner, Aarau
    Geld, welches man den Verdingkindern zahlen müsste!
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  • Kommentar von Sandra Sutter, Erlenbach
    Was soll das? Da wird einfach viel Geld aus dem Fenster geworfen. Fragt einen Ausländer nach der Berufs-WM. In der Schweiz scheint die Kohle auf der Strasse zu liegen. Verdammte Abzockerei des Gewerbes.
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    1. Antwort von Margot Helmers, Bülach
      Es liegt wirklich auch auf der Strasse! Der Bau von einen Kilometer Autobahn kostet heute rund 257 Millionen Franken. Ein Tag Gefängnis kostet ab 270.-. Ich würde gerne wissen, wie hoch die Gesamtkosten für die Verwaltungsräte aller Krankenkassen sind. Da sind doch alle zwei Jahre für 40 Berufsleute 2,2 Mio Peanuts.
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