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Wirtschaft 406'000 statt 516'000: Novartis kürzt Verwaltungsräten den Lohn

Die Annahme der Abzocker-Initiative vor einem Jahr zeigt Wirkung bei den Löhnen. Der Basler Pharmakonzern Novartis kürzt seinen Verwaltungsräten die Gehälter um gut einen Fünftel. Ihr Präsident begnügt sich mit vier Millionen Franken.

VR-Präsident Jörg Reinhardt bei der letztjährigen GV auf Grossleinwand.
Legende: Der neue VR-Präsident Jörg Reinhardt verdient vier Millionen Franken. Sein Vorgänger Vasella kassierte 13 Millionen. Keystone

Der Basler Pharmakonzern Novartis will seinen Verwaltungsräten rund einen Fünftel weniger bezahlen. Das geht aus der Einladung zur ordentlichen Generalversammlung hervor. Statt über eine halbe Million pro Jahr soll ein Verwaltungsrat des Basler Pharmamultis künftig noch gut 400'000 Franken verdienen.

Abzocker-Initiative wirkt

Diese Lohnkürzung darf als direkte Folge der Minder-Initiative betrachtet werden, die das Stimmvolk vor einem knappen Jahr wuchtig angenommen hatte. Deshalb dürfen die Novartis-Aktionäre nun an der kommenden Generalversammlung über die Vergütungen der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats abstimmen. Das Votum ist zwar nur konsultativ, doch hat bei der Novartis offenbar ein Umdenken stattgefunden.

Ära Vasella überwunden

Das zeigt sich auch bei den Lohnansprüchen von Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt. Er – das ist allerdings schon länger klar – begnügt sich mit vier Millionen Franken. Sein Vorgänger Daniel Vasella hatte im letzten vollen Amtsjahr immerhin noch ein Gehalt von gut 13 Millionen Franken bezogen.

Novartis schreibt in der Einladung zur ordentlichen Generalversammlung zum künftigen Gehalt von Präsident Jörg Reinhardt:«Wir glauben, dass die Vergütung des Präsidenten von Novartis den am Markt üblichen Grössenordnungen entspricht.»

Der elfköpfige Verwaltungsrat kommt damit auf eine Entschädigung von insgesamt acht Millionen Franken. Vor zwei Jahren war sie mit 19 Millionen noch fast zweieinhalbmal höher.

4 Kommentare

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  • Kommentar von K.D:Waldeck, Bellinzona
    Auch wenn diese Entscheidung sehr lobenswert ist, so tun mir die Aermsten schon leid ... wahrscheinlich kommen sie nicht um einen Antrag für Sozialhilfe herum.
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  • Kommentar von P.Escher, Susten
    ... DAS sind aber KÜRZUNGEN .....!!!! die Armen Verwaltungsräte
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    400000.-. Ich kenne Behinderte, die müssen für diesen Betrag 100 Jahre! arbeiten. Voll produktiv versteht sich! Das Argument, die haben ja noch ihre Rente zählt nicht. Denn die Verwaltungsräte, Parlamentarier und Politiker haben ja auch noch mehrere Einnahmequellen und würden deshalb sicher nicht auf die 400000.- oder ihren regulären Lohn verzichten. Nein, liebe Leute. Was hier geschieht ist schlicht ein Skandal! Nicht die 400000.- sind Stein des Anstosses, sondern unsere miesen Löhne sind es!
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    1. Antwort von S. Nogler, Bever
      Und doch gehören fast alle Schweizer zum 1% Bestverdienende auf diesem Planeten - es gibt also eigentlich nicht viel zu seufzen, wenn ich daran denke, dass über eine Milliarde Menschen in Slums lebt, über eine Milliarde Menschen trotz massive Arbeit unter dem Existenzminimum (1 $ pro Tag) leben muss etc. Erfreuen wir uns doch endlich an all dem guten, was wir haben, statt ständig darüber zu meckern, dass es ganz wenigen noch "besser" geht.
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