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700 Millionen Franken Gewinn Guter Jahresstart für die Credit Suisse

  • Die Credit Suisse hat im ersten Quartal 2018 einen Reingewinn von 694 Millionen Franken erzielt. Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
  • Ausserdem hat die zweitgrösste Schweizer Bank den höchsten Geldzufluss seit sieben Jahren erzielt.
  • Die CS-Aktien legten nach Bekanntwerden der über den Analysten-Erwartungen liegenden Zahlen deutlich zu.

Die Credit Suisse hat den stärksten Jahresstart seit 2015 hingelegt. Die Gewinnsteigerung verdankt die zweitgrösste Schweizer Bank Kostensenkungen und einem guten Vermögensverwaltungsgeschäft. Das Institut sammelte Neugelder von 14,4 Milliarden Franken, der höchste Wert seit sieben Jahren.

Thiam
Legende: «Für 2018 sieht unser Plan eine Beschleunigung der Performance vor»: Trotz Handelskonflikten und Straffung der Geldpolitik ist CEO Thiam zuversichtlich. Keystone

CEO Tidjane Thiam zeigt sich in der Mitteilung zufrieden: «Das dritte und letzte Jahr unseres Restrukturierungsplans hat gut begonnen: Die Ergebnisse für das erste Quartal sind erfreulich.» Er gibt sich auch überzeugt vom neuen Geschäftsmodell und der Fähigkeit, das ganze umzusetzen.

Die Quartalszahlen im Detail

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Unter dem Strich erzielte die zweitgrösste Schweizer Bank im ersten Quartal 2018 einen Reingewinn von 694 Millionen Franken. Auf Vorsteuerebene lag der CS-Gewinn bei 1,05 Milliarden Franken (+57 %), bereinigt um diverse Faktoren waren es 1,2 Milliarden (+36 %). Deutlich weniger stark legte die Bank bei den Erträgen zu. Insgesamt war das Plus hier lediglich 2 Prozent auf 5,64 Milliarden Franken. Bei einem Geschäftsaufwand von 4,53 Milliarden ergibt sich ein Verhältnis aus Kosten und Erträgen von rund 80 Prozent.

Den Kerndivisionen der Vermögensverwaltung flossen in der Periode von Januar bis März Nettoneugelder in Höhe von 14,4 Milliarden Franken zu, verglichen mit 4,0 Milliarden im vierten Quartal 2017. Die verwalteten Vermögen wurden per Ende März mit 1'380 Milliarden Franken ausgewiesen und lagen damit etwas über den 1'376 Milliarden von Ende Jahr.

Leichte Fortschritte machte die Bank bei der Kapitalposition. Die harte Kernkapitalquote stieg per Ende Quartal auf 12,9 % von 12,8 % per Ende viertes Quartal. Die harte CET1-Leverage Ratio lag zum Jahresende hingegen unverändert bei 3,8 %.

Bekanntlich ist Kostenreduktion bei den meisten Grossbanken ein wichtiges Thema – so auch bei der Credit Suisse. Sie habe im Berichtsquartal zusätzliche Nettokosteneinsparungen von 0,2 Milliarden zu konstanten Wechselkursen erzielt, heisst es dazu. Die Bank bestätigte denn auch ihr Ziel, die Kostenbasis bis Ende Jahr auf unter 17 Milliarden Franken zu senken und sieht sich auf Kurs.

Wachstumsaussichten in Asien, den USA und Europa

Mit Blick nach vorne rechnet die CS angesichts der anhaltenden geopolitischen Ereignisse, der zunehmenden Handelskonflikte sowie der Auswirkungen der Straffung der Geldpolitik mit Phasen erhöhter Volatilität an den Märkten. Diese Faktoren würden auch die Kundenaktivität und damit die marktabhängigeren Aktivitäten der Bank beeinflussen. Insgesamt lasse die Weltwirtschaft aber weiterhin erfreuliche Wachstumsaussichten in Asien, den USA und Europa erkennen, so die Mitteilung weiter.

Kurzeeinschätzung von Wirtschaftsredaktorin Eveline Kobler

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Die Credit Suisse ist gut ins Jahr gestartet: Sie ist gewachsen und hat gleichzeitig die Kosten gesenkt. Darauf ist CS-Chef Tidjane Thiam besonders stolz. Aus seiner Sicht sind die neusten Quartalszahlen ein Beleg dafür, dass seine Strategie aufgeht. Er hat 2016 mit dem Umbau der Bank begonnen: Er hat ein Sparprogramm über 4 Milliarden Franken lanciert, hat die riskante Investmentbank verkleinert und dafür die stabilere Vermögensverwaltung ausgebaut. Ende Jahr soll der Umbau abgeschlossen sein: Ob dann nach der happigen dreijährigen Restrukturierung bei der Credit Suisse allerdings tatsächlich wieder «courant normal» einkehren wird, hängt nicht nur von Tidjane Thiam, sondern auch vom Finanzumfeld der Bank ab.

Aktien legen deutlich zu

Entgegen dem schwachen Gesamttrend legten die Aktien der Credit Suisse nach Bekanntwerden der Quartalszahlen deutlich zu. Um 09.30 Uhr standen die Papiere der CS 4,8 Prozent höher bei 16.97 Franken. Der Gesamtmarkt (SMI) ging dagegen um 0,26 Prozent zurück. Sowohl mit dem Vorsteuer- als auch dem Reingewinn hat die kleinere der beiden Schweizer Grossbanken die Analystenerwartungen deutlich übertroffen und die Gewinnzusammensetzung wird als von guter Qualität angesehen.

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