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Wirtschaft Abgas-Skandal: VW macht 3,5 Milliarden Euro Verlust

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte hat dem Volkswagen-Konzern im dritten Quartal einen Milliardenverlust eingebrockt. Der Verlust beträgt vor Zinsen und Steuern rund 3,5 Milliarden Euro, wie die Wolfsburger mitteilten.

Legende: Video VW fährt in die Verlustzone abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 28.10.2015.

Nach der Abgas-Affäre schreibt der Volkswagen-Konzern das schlechteste Ergebnis seit fünfzehn Jahren: Der Wolfsburger Konzern wies innerhalb von drei Monaten einen Betriebsverlust vor Zinsen und Steuern von rund 3,5 Milliarden Euro aus.

Auch unter dem Strich ist das Ergebnis mit minus 1,7 Milliarden Euro tiefrot. Grund sind die Rückstellungen in Höhe von 6,6 Milliarden Euro wegen des Abgas-Skandals, wie der Konzern in Wolfsburg mitteilte. «Erste Auswirkungen der derzeitigen Situation» träten damit «klar zu Tage», erklärte der VW-Chef Matthias Müller.

Dass die Zahlen beim Nachsteuerergebnis nicht noch schlechter ausfielen, liegt unter anderem an der Besonderheit des China-Geschäfts. Da Volkswagen in China mit Partnern unterwegs ist, behandeln die Buchhalter die Gewinne von dort nur wie eine Art Beteiligung. Daher fliesst der Ertrag ins Finanzergebnis und taucht somit vor Zinsen und Steuern noch gar nicht auf.

Auch die endgültige Trennung vom früheren Partner Suzuki half VW die Folgen des Abgasskandals abzufedern: Durch den Verkauf der gehaltenen Suzuki-Anteile konnte Volkswagen 1,5 Milliarden Euro als positiven Sondereffekt im Finanzergebnis verbuchen.

Weitere Kosten durch Rückrufe, Klagen und Schadenersatz

Im September hatte der VW-Konzern eingestanden, bei Abgas-Tests auf dem Prüfstand mithilfe einer Software die Ergebnisse für Dieselwagen manipuliert zu haben. Die Software erkennt, wenn ein Auto gerade auf dem Prüfstand getestet wird und schaltet den Motor dann in einen Modus um, in dem er deutlich weniger Stickoxide ausstösst.

Weltweit geht es um etwa 11 Millionen Autos der Konzernmarken VW-PKW, VW-Nutzfahrzeuge, Audi, Seat und Skoda. Allein in Deutschland müssen 2,4 Millionen Diesel in die Werkstatt zurückbeordert werden. Diese Aktion soll im Januar beginnen.

Steigender Aktienkurs

Offenbar übertrafen die Quartalszahlen die Erwartungen von Analysten und Investoren, denn die Aktien von VW stiegen nach Bekanntgabe der Ergebnisse um mehr als drei Prozent.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Klar - überall wo Geld ist, gibt es Skandale, und das Geld wandert in die USA..., sei es VW, Schweizer Banken, FIFA, Pharmakonzerne, usw. Und sollte ein Mächtiger der Welt sich erfrechen, auf einen "falschen Knopf" zu drücken, wie D.Strauss-Kahn dies getan hatte, dann findet man einen Aufhänger, um ihn zu dispensieren. Jede nachträgliche Richtigstellung wird nur klein gedruckt - nachdem der Schaden nicht mehr gutzumachen ist.
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
      Wenn man sauber ist liebe Frau Mittula, hat man wenig zu Befürchten. Ich finde es schon Bedenklich wenn man Fürsprecher von Verbrechern wird nur weil die USA Sie aufdeckt und Verfolgt. Wenn Sie etwas breiter sich Informieren würden, wüssten Sie das auch Amerikanische Firmen unter der Justiz in den USA zur Kasse geboten wurden, und im Gegensatz zu uns landen dort auch Verantwortliche hinter Gitter. Während wir Sie in Europa zu unseren Berater machen Jo Achermann).
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Klar, D.Röthenmund - wenn Sie glauben alle Firmen, Banken und Sportvereine der Welt (gilt auch für die USA) seien sauber, dann glauben Sie wohl an den Osterhasen, den Nikolaus und das Christkind gleichermassen. Oder umgekehrt gefragt: wie viele Bussgelder aus entsprechenden - künstlichen oder echten - Skandalen sind aus den USA nach Europa geflossen??? Keine??? OK, - alles klar?
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