Klimabilanz von Gemüse «Abgastest» für Tomaten soll es bringen

«Regional» oder «saisonal» ist nicht immer das Beste: Der WFF fordert Angaben zur Klimabilanz von Früchten und Gemüse.

Die Studie der ETH: Für die Klimabilanz von Früchten und Gemüse ist nicht die Jahreszeit oder die regionale Herkunft entscheidend, sondern die Produktionsart und das Transportmittel. Das zeigt eine Studie der ETH Zürich im Auftrag der Umweltorganisation WWF. Untersucht wurden 25 Gemüse- und Früchtesorten aus den wichtigsten Importländern der Schweiz.

Auf die Effizienz kommt es an: In der Studie schneiden mit Gas oder Erdöl beheizte Gewächshäuser und Flugtransporte erwartungsgemäss schlecht ab. Effiziente Anlagen, beheizt mit erneuerbarer Energie und unter minimalem Einsatz von Wasser, Dünger und Pestiziden belasten das Klima deutlich weniger. Oft stammen diese Produkte nicht aus heimischer Produktion, sondern werden aus verschiedenen Herkunftsländern importiert.

Die Produktion: «Regional und saisonal ist somit nicht immer am klimafreundlichsten», sagt Damian Oettli, Leiter Konsum & Wirtschaft beim WWF Schweiz. In der Studie werden als Beispiel sonnengereifte Tomaten aus Spanien mit fossil beheizten Tomaten im Schweizer Gewächshaus verglichen. Dabei verursachen Schweizer Tomaten zehn Mal mehr CO2 als spanische. Erst ab Juni, wenn das Wetter in der Schweiz warm genug ist, lohnt sich ein Kauf der heimischen Version.

«  Im Winter verursacht ein Kilo sonnengereifter Tomaten aus Spanien 500 Gramm CO2. 5 Kilo CO2 sind es im fossil beheizten Gewächshaus. »

Damian Oettli
Leiter Konsum & Wirtschaft beim WWF Schweiz

Der Transport: Umgekehrt belastet etwa ein Kilogramm Grünspargeln aus der Schweiz das Klima mit nur einem Kilogramm CO2. Spargeln aus Spanien, die mit dem Lastwagen transportiert werden, schlagen mit 1,5 Kilogramm CO2 zu Buche. Spargeln aus Peru sind gar 15 Mal umweltschädlicher.

Die Forderung des WWF: Früchte und Gemüse sollen künftig klar gekennzeichnet werden, um an Hand von Produktion und Transport die Klimabilanz ablesen zu können. Dies ist laut Oettli die zweitbeste Lösung. Noch einfacher wäre es nach seinen Worten, wenn Grossverteiler Produkte mit schlechter Ökobilanz gleich ganz aus dem Sortiment nehmen und durch umweltverträgliche Alternativen ersetzen würden.

«  Wem es zu mühsam ist, auf Labels zu achten, kann auf «Bio» setzen und damit die schlimmsten Exzesse ausschliessen. »

Damian Oettli
Leiter Konsum & Wirtschaft beim WWF Schweiz