Abschreibungen vermiesen Glencore und Xstrata die Hochzeit

Milliardenschwere Abschreibungen haben die Gewinne der vor der Megafusion stehenden Rohstoffgiganten Glencore und Xstrata grösstenteils aufgefressen. Die ganze Branche kriselt wegen gesunkener Rohstoffpreise.


Die beiden in der Schweiz ansässigen Rohstoffriesen schenken sich wenig vor ihrer Hochzeit. Der Überschuss des Rohstoffhändlers Glencore brach im vergangenen Jahr um 75 Prozent ein. Der Reingewinn sank auf 1 Milliarde. Der Bergbaukonzern Xstrata verbuchte einen Rückgang von 80 Prozent. Sein Gewinn betrug noch 1,18 Milliarden Dollar.

Xstrata befindet sich in einer Übergangsphase: Zahlreiche Minen sind erschöpft und stehen vor der Schliessung, während eine Reihe neuer Abbaustätten errichtet wird. Gemäss Communiqué haben letztes Jahr zehn neue Minen ihren Betrieb aufgenommen. Diese erhöhten nicht nur die Abbauvolumina des Konzerns, sondern verbessere auch dessen Kostenbasis.

Gesunkene Rohstoffpreise

Im Vergleich zu den Konkurrenten kam Glencore noch mit einem blauen Auge davon. Der Konzern wurde durch sein Handelsgeschäft gestützt. Belastend wirkte sich allerdings die Abschreibung auf den russischen Aluminiumproduzenten Rusal  aus. Rechnet man diese heraus, ging der Gewinn nur noch um 25 Prozent zurück auf 3,06 Milliarden Dollar.

Offenbar ist der Wachstumshunger von Glencore-Chef Ivan Glasenberg trotz geplanter Megafusion noch nicht gestillt. Neue Zukaufschancen sieht Glasenberg vor
allem in Beteiligungsveräusserungen durch führende
Bergbaukonzerne.

Schilder Glencore und Xtrata

Bildlegende: Glencore wird Xstrata für rund 24 Milliarden Dollar schlucken. Reuters/archiv

Gesunkene Rohstoffpreise nagen in der gesamten Branche an den Gewinnen. Der Bergbaukonzern Rio Tinto rutschte gar erstmals in der Unternehmensgeschichte in die Verlustzone. Sowohl Rio Tinto als auch Branchenprimus BHP Billiton zogen die Reissleine und kündigten in den vergangenen Monaten Chefwechsel an.

Hochzeitstermin?

Die Mega-Hochzeit von Glencore und Xstrata verzögert sich. Der Segen der chinesischen Aufsichtsbehörden steht noch aus. Die Frist sei vom 15. März bis zum 16. April verlängert worden, teilte Glencore mit. Die EU-Kommission hatte für den Megadeal bereits im November 2012 grünes Licht gegeben.