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Wirtschaft Ältere Arbeitslose: Die OECD rät der Schweiz zu Massnahmen

Über 55-Jährige haben in der Schweiz vergleichsweise oft einen Arbeitsplatz. Ihre Erwerbsquote liegt deutlich über dem Durchschnitt aller 34 OECD-Staaten. Trotzdem gibt es keinen Grund zur Freude für die Schweiz.

Legende: Video OECD veröffentlicht Bericht zu älteren Arbeitnehmern abspielen. Laufzeit 01:35 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.10.2014.

Erfreulich: In der Schweiz haben die über 55-Jährigen öfter einen Job als in andern OECD-Ländern – sie liegt auf Platz 5 der 34 OCED-Staaten. Laut dem Bericht sind in der Schweiz 70 Prozent der 55- bis 64-Jährigen berufstätig. Der Schnitt aller Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) liegt bei 54 Prozent.

Legende:
Quote der Beschäftigten der 55- bis 64-Jährigen OECD

Verantwortlich für die guten Werte sind vor allem Hochschulabsolventen und Männer. Sie sind besonders häufig erwerbstätig (80 Prozent). Deutlich schlechter sind die Zahlen bei den älteren Frauen (62 Prozent). Besonders, wenn sie ein niedriges Bildungsniveau haben (49 Prozent).

Wer seinen Job verliert, hat es schwer

Ältere Arbeitskräfte in der Schweiz können sich ihrer Stelle relativ sicher sein. Allerdings: Wer in der Schweiz den Job verliert, hat es bei der Stellensuche schwierig. Fast 60 Prozent der arbeitslosen älteren Personen bleibt auch ein Jahr nach dem Jobverlust ohne Anstellung. Vor zehn Jahren waren es erst 40 Prozent gewesen, der Schnitt aller 34-OECD-Länder liegt bei 47 Prozent.

Die Einstellungsrate bei den über 55-Jährigen ist in der Schweiz also tief. Dies, obwohl sich der Schweizer Arbeitsmarkt durch einen vergleichsweise schwachen Arbeitsplatzschutz auszeichnet. Ein möglicher Grund hierfür ist die altersbedingte Diskriminierung bei der Einstellung, eine Praxis, die in der Schweiz gesetzlich nicht
verboten und nach wie vor verbreitet ist.

Das Fehlen eines Gesetzes entspricht dem Willen der Parlamentarier. Sie lehnten eine entsprechende parlamentarische Initiative im September 2009 ab. Das Diskriminierungsverbot ist zwar in der Bundesverfassung festgeschrieben, doch Betriebe, die diskriminieren, können so nicht sanktioniert werden.

Die Frage ist, ob derartige Gesetze der Beschäftigung älterer Arbeitskräfte förderlich sein können. Studien haben gezeigt, dass dies in den Vereinigten Staaten der Fall ist. Ein Gesetz gegen Diskriminierung aufgrund des Alters hat sich dort positiv ausgewirkt.

Es bleibt viel zu tun – die Massnahmen

«Die Schweiz ist auf dem richtigen Weg, aber es gibt noch Verbesserungspotenzial», sagte Studienleiter Mark Keese. Die OECD empfiehlt der Schweiz eine Gesamtstrategie und konkrete Massnahmen in drei Bereichen:

  • Längeres Arbeiten muss attraktiver werden. Etwa indem Anreize zur Frühpensionierung abgebaut werden. Längerfristig muss das obligatorische Rentenalter an die Lebenserwartung gekoppelt sein.
  • Die «Beschäftigungsfähigkeit» von älteren Arbeitskräften muss verbessert werden, insbesondere von Frauen und Niedrigqualifizierten. Dafür muss unter anderem in die Aus- und Weiterbildung dieser Personen investiert werden.
  • Hier ortet die OECD den grössten Nachholbedarf: Hindernisse bei der Rekrutierung älterer Arbeitnehmender. Im Gegensatz zu anderen OECD-Ländern ist es in der Schweiz nicht verboten und weit verbreitet, ältere Personen bei der Einstellung zu diskriminieren.
  • Lohnerhöhungen sollen nicht automatisch ans Alter gebunden sein. Vielmehr sollen Produktivität und Erfahrung stärker gewichtet werden.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Die Abschaffung von Diskriminierung älterer Atbeitnehmer sollte ebenso selbstverständlich sein wie Abschaffung von Rassismus oder Gleichstellung von Männern, Frauen, Behinderten oder anderen Gruppen. Die Diskriminierung älterer Arbeitnehmer war Nota Bene eines der stechenden Argumente der MEI- Befürworter.
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  • Kommentar von U.E.Romer, Zuerich
    Akademiker haben es leichter im Berufsleben. Sie bestimmen meistens selbst wenn sie aussteigen möchten. Ihr Körper wird nicht überstrapaziert und können so bis 80 weiterarbeiten. Hingegen bestimmen die Arbeitgeber über das Berufsschicksaal der "weniger" Gebildeten. Entweder sind sie körperlich angeschlagen oder die Firma setzt sie vor die Türe. Es liegt nicht immer an der mangelnden Weiterbildung.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Man haette die AHV als DIE Versicherung per se nehmen muessen wie damals bei der Gruendung beschlossen....oder gedacht.. aber mit einem Festbeitrag der den niederen wie hoechsten Einkommen Rechnung traegt... So haette kein Arbeitsnehmer mehr Anreiz Kosten zu sparen bei durch Anstellung Juengerer
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