«Aktienmarkt kennt derzeit nur eine Richtung – nach unten»

Stagnation in China, Zeichen der Abschwächung in den USA, Preiszerfall bei den Rohstoffen: Das schwierige Marktumfeld belastet den Schweizer Aktienmarkt so, dass der Leitindex SMI am Nachmittag ein neues Mehrjahrestief erreichte. Doch auch andere Börsen befinden sich in einer Abwärtsspirale.

Börsenhändlerin vor Bildschirmen stützt ihren Kopf.

Bildlegende: Wenig Freude an den sinkenden Kursen, hier an der Frankurter Börse. Keystone

Der Schweizer Aktienmarkt hat einen verlustreichen Wochenstart hingelegt. Der Leitindex SMI kam am Morgen unter Druck und erreichte am Nachmittag ein neues Mehrjahrestief. Im Handelsverlauf verlor der SMI per Saldo mehr als 200 Punkte und sackte zeitweise bis auf 7737 Zähler ab.

Dieses Niveau wurde zuletzt im Dezember 2013 erreicht und der Abstand zum Vorjahreshoch beträgt damit bereits ein Minus von rund 19 Prozent.

SMI auf tiefstem Niveau seit zwei Jahren

Grund für den erneuten Abschwung war wieder der sinkende Ölpreis bei einem gleichzeitig stärker werdenden Dollar. Marktteilnehmer zweifeln derzeit an der Robustheit der Weltkonjunktur, der Lage in China und der Entwicklung der Wechselkurse, heisst es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Zudem stehe auch die Frage im Raum, ob der Motor der Weltwirtschaft, die USA, ins Stottern gerate.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor 2,52 Prozent auf 7759,21 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) schloss 3,04 Prozent tiefer auf 1160,06 Punkten und der Swiss Performance Index (SPI) mit –2,61 Prozent auf 8051,04 Zählern. Alle SMI/SLI-Titel schlossen im Minus. Bei LafargeHolcim kam es verstärkt zu einem massiven Einbruch von 8,0 Prozent, nachdem der Rücktritt von Wolfgang Reitzle an der Spitze des Verwaltungsrats bekannt wurde.

Erstmals seit Oktober 2014 hat auch der deutsche Aktienindex Dax wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von 9000 Punkten geschlossen. Der Leitindex brauch um 3,30 Prozent auf 8979,36 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büsste 3,27 Prozent auf 2785,17 Punkte ein. In London und Paris schlossen die Indizes ähnlich schwach.

Deutliche Verluste an Börse in Athen und New York

Besonders deutlich unter Druck geraten ist auch der griechische Aktienmarkt. An der Börse in Athen fiel der Leitindex ASE um –8,32 Prozent auf 463,00 Punkte. Der Kurs hielt sich damit nur wenig über dem Tief des Jahres 2012 von 471,35 Punkten.

In Griechenland brachen Bankenwerte besonders deutlich ein. Die Papiere der Alpha Bank fielen um 16 Prozent, und die Anteilsscheine der National Bank of Greece sackten um einen Fünftel ab.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial endete 1,10 Prozent tiefer bei 16'027,05 Punkten. Im Verlauf war er jedoch um fast zweieinhalb Prozent abgesackt und bis an die Marke von 15'800 Punkten herangerückt. Bereits am Freitag hatte der US-Leitindex unter dem Arbeitsmarktbericht der Regierung gelitten und war um rund 1,3 Prozent gesunken.

SPI – SLI – SMI

SPI – SLI – SMI
Der SPI (Swiss Performance Index) umfasst nahezu alle an der Börse gelisteten Schweizer Aktiengesellschaften. Er gilt deshalb als Gesamtindex für den Schweizer Aktienmarkt.
Der SLI (Swiss Leader Index) umfasst die 30 grössten Schweizer Aktientitel, welche im SPI enthalten sind. Er gilt als Alternative zum SMI. Dieser hat den Nachteil, dass die grössten fünf Titel im Index zusammen ein Gewicht von rund 70 Prozent aufweisen. Somit haben Kursschwankungen bei den grössten Titeln übermässig grosse Auswirkungen auf den SMI, und die Diversifikation der Einzeltitelrisiken ist ungenügend. Beim SLI hingegen haben die kleineren Titel ein grösseres Gewicht, womit das Kursrisiko besser verteilt ist.
Der SMI (Swiss Market Index) bildet die 20 liquidesten und grössten Titel aus dem SPI ab.