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Wirtschaft Aktionäre segnen höhere Löhne für die UBS-Chefs ab

Gute Nachrichten für die Konzernleitung der UBS: Ihre Löhne und Boni sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen – im Durchschnitt um rund 16 Prozent. Das sorgte bei den Aktionären zwar für deutliche Kritik. Am Ende winkte die Generalversammlung den Vergütungsbericht aber durch.

Konzernchef Ermotti und Verwaltungsratspräsident Weber an der UBS-Generalversammlung
Legende: Konzernchef Ermotti und Verwaltungsratspräsident Weber an der UBS-Generalversammlung: «Löhne nah am Vorkrisenniveau» Reuters

Die Führungsriege der UBS hat im vergangenen Jahr deutlich mehr an Löhnen und Boni eingestrichen als im Vorjahr. Wie aus dem Vergütungsbericht der Grossbank hervorgeht, stieg der durchschnittliche Lohn pro Konzernleitungsmitglied 2013 um rund 16 Prozent – von durchschnittlich 6 auf 7,2 Millionen Franken.

Davon ausgenommen ist Konzernchef Sergio Ermotti. Seine Lohnkurve steigt noch steiler an: Er erhielt im vergangenen Jahr 10,7 Millionen Franken, rund zwei Millionen mehr als 2012.

Denkzettel bei der Abstimmung

Der Vergütungsbericht, aus dem die Lohndetails hervorgehen, wurde von den Aktionären erwartungsgemäss angenommen. Vor und an der Generalversammlung regte sich allerdings deutliche Kritik. Gut elf Prozent der Aktionäre stimmten gegen den Bericht.

Mehrere Aktionärsvertreter empfahlen, den Bericht abzulehnen – unter ihnen die Anlagestiftung Ethos, der Vermögensverwalter zCapital oder die Aktionärsvereinigung Actares. «Die Managerlöhne bei der UBS sind immer noch sehr hoch und im letzten Jahr weiter gestiegen», sagte Ethos-Chef Dominique Biedermann.

«Vor allem die Gehälter des CEO und des Verwaltungsratspräsidenten sind zu hoch und bewegen sich schon wieder nahe am Vorkrisenniveau», kritisierte Gregor Greber von zCapital.

Rudolf Meyer, Präsident der Aktionärsvereinigung Actares, monierte, Firmenchef Ermotti und auch Verwaltungsratspräsident Axel Weber sprächen bereits davon, dass es wieder aufwärts gehe. «Deutlich nach oben gehen aber vor allem die Vergütungen und zwar massiv», sagte Meyer.

Actares hatte zuvor bereits eine Reihe ungelöster Probleme bei der UBS moniert – etwa die laufende Untersuchung zu den möglichen Devisenkurs-Manipulationen. Vor diesem Hintergrund sei eine Erhöhung der Vergütungen völlig verfehlt, schrieb Actares.

«Marktgerecht bezahlen»

«Wer die Besten für dieses Geschäft will, muss sie auch marktgerecht bezahlen», sagte dagegen Verwaltungsratspräsident Weber in seiner Rede vor den Aktionären. Gleichzeitig hielt Weber fest: «Wir wollen in keiner Weise zu den Vergütungssystemen vor der Finanzkrise zurückkehren.» Deshalb seien Obergrenzen eingeführt worden, die es bislang nicht gegeben habe, sagte Weber.

UBS-Chef Ermotti sprach in seiner Rede von den Vorteilen der Vergütungen in Form von Aktien: «Heute sind 50 Prozent aller Mitarbeiter ebenfalls Aktionäre», sagte er. Per Ende 2013 hätten UBS-Mitarbeiter rund 7 Prozent der Aktien der Bank gehalten. Damit seien die Mitarbeiter gemeinsam die grösste Aktionärsgruppe. Die Interessen von Aktionären und Mitarbeitern würden sich also immer mehr decken.

Selbst wenn der Vergütungsbericht an der Generalversammlung in Basel abgelehnt worden wäre, hätte dies in erster Linie symbolischen Charakter gehabt. Die Abstimmung über die Gehälter der Führungsetage war nur konsultativ. Dies wird sich ab dem nächsten Jahr ändern.

UBS und die Minder-Initiative

Die Aktionäre haben dem UBS-Modell zur Umsetzung der Abzockerinitiative zugestimmt. Es sieht vor, die Aktionäre ab 2015 jeweils über die Boni für das vergangene Jahr abstimmen zu lassen – also erst dann, wenn die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres vorliegen. An der GV stimmten 73,4 Prozent der Aktionäre für dieses Modell, 26,1 Prozent dagegen.

15 Kommentare

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  • Kommentar von P.Bürger, Schaffhausen
    Leider ändert auch die Abzockerinitiative nichts daran, dass sich die Banker weiterhin schamlos bedienen.Grundsätzlich muss man Volksbefragungen kritisch analysieren. Denn KEIN der durch das Volk angenommenen Initiativen sind je wirklich umgesetzt worden. Leben wir etwa in einer Scheindemokratie?
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  • Kommentar von Urs Rösli, Zürich
    Doch grosses Wehklagen und riesen Angstmacherei wenn es um die Mindestlöhne geht. Mit Fr. 4'000.-- würde ein Herr Ermotti vermutlich schnell nach Paris zu einem Nachtessen gehen. Mit dem Firmenjet selbstverständlich. Man darf das Wort nicht schreiben, das ich empfinde. Aber so ist es........
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Marktgerechte Entlöhnung für die Besten? Oder eher für die Skrupellosesten - wie die Geschichte gezeigt hat (Liborskandal, Finankrise 2007 u.a.)? Die "Besten" (ethisch&langfristig denkenden), hätten zuviele Skurpel und kämen gar nicht erst soweit, würden vorher ausgebremst. Die "Besten" würden das Schneeballsystem durchschauen und reformieren wollen statt mitschwimmen und absahnen, bis es kracht.
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