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Fluggesellschaft vor dem Aus Alitalia leitet Insolvenzverfahren ein

Legende: Video Alitalia in der Krise abspielen. Laufzeit 1:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.04.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Krisen-Airline Alitalia kündigt an, das Insolvenzverfahren einzuleiten.
  • Die Mitarbeiter lehnten den Sanierungsplan ab. Dieser sah den Abbau von 980 Vollzeitstellen beim Bodenpersonal (inkl. Teilzeitverträge) und eine generelle Lohnkürzung von 8 Prozent vor.
  • Ohne staatliche Hilfe scheint die Airline am Ende.

Der Konzern kündigt für Donnerstag eine Hauptversammlung an, auf der die nächsten Schritte entschieden werden sollen. Der Flugbetrieb gehe derzeit uneingeschränkt weiter.

Beobachter erwarten, dass das Unternehmen wohl die Regierung um die Ernennung eines Bevollmächtigten bitten dürfte. Dieser könnte dann ausloten, ob die Airline wie so oft in der Vergangenheit saniert oder abgewickelt werden sollte.

Rettungsplan von Mitarbeitern abgelehnt

Mit dem ursprünglich geplanten Sanierungsplan sollte eigentlich der Weg geebnet werden, um den Betrieb der italienischen Airline mit frischen Finanzspritzen der Anteilseigner aufrechtzuerhalten. Doch die Beschäftigten haben diesen abgelehnt. «Der Zorn der Arbeiter hat gesiegt», erklärte ein Gewerkschaftsvertreter.

Alitalia gehört zu 49 Prozent der arabischen Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi sowie den heimischen Banken Unicredit und Intesa Sanpaolo. Ministerpräsident Paolo Gentiloni hatte kürzlich gewarnt, dass Alitalia ohne die Kürzungen nicht überleben könne.

Rom will Airline nicht verstaatlichen

Die Mitarbeiter hoffen nun darauf, dass die Regierung eingreift und sich für die Ausarbeitung eines alternativen Rettungsplanes einsetzt. Sie haben angekündigt, keine weiteren Einschnitte zu akzeptieren, weil die Arbeitskosten bei Alitalia bereits zu den niedrigsten in der Branche in Europa gehörten.

Eine erneute Verstaatlichung der Airline schloss die Regierung zuletzt aus. Die Fluggesellschaft hat nur selten in ihrer 70-jährigen Geschichte einen Gewinn gemacht und verliert derzeit täglich mindestens 500'000 Euro. Laut Firmenkennern dürfte ihr in wenigen Wochen das Geld ausgehen.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Frei (Fritz Frei)
    Entweder ein weitere Lösung "all' Italiana" und der Staat geht bald einmal bankrott oder "Italexit", oder die Arbeitenden merken, dass sie auch für niederige Löhne eine Leistung erbringen müssen oder aus dem Markt fallen. Erfolgreiche Fluggesellschaften, die Profit erwirtschaften, nehmen die Gewerkschaften ernst, auch wenn sie dazu gezwungen werden müssen. Erfolglose wie "Alaiutalia" hat nur den Staat als Retter. Dafür musste4n sie nie etwas tun, also werden sie wohl weiter untätig bleiben.
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  • Kommentar von Charles Grossrieder (View)
    Alitalia sollte schon lange nicht mehr existieren und tun das nur weil die Gewerkschaft immer sehr hartnaeckig war und mit allerhand Drohungen (Flugplatzblokaden, Sabotagen usw), dem Staat das noetige Kleingeld zum ueberleben rausholte. Mit Etihad (die keine Gewerkschaft kennt), haben sie einen guten Geldgeber gefunden, genau wie die Sabena die Swissair. Das Aufwachen kam schnell. Hoffentlich haltet Rom Wort und haelt die Finger raus; waere auch im Sinne der EU nehme ich an.
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  • Kommentar von Dani Queren (Queren)
    Matteo Renzi hat sie wenigstens mal politisch aufblühen lassen. Das reale Leben sieht dann meistens ganz anders aus. Nun geht halt Alitalia mit seiner Belegschaft in Frührente. Die Lufttansa wird's mit Merkel schon richten.
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