Energiebranche im Umbruch Alpiq schreibt 2016 wieder Gewinn

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Die Sorgen bleiben

0:45 min, aus Tagesschau am Mittag vom 6.3.2017

  • Das Unternehmen erzielte 2016 einen Reingewinn von 294 Millionen Franken – nach einem Verlust von 830 Millionen Franken im Vorjahr.
  • Damals hatten hohe Wertberichtigungen auf den Kraftwerkspark das Ergebnis belastet.
  • Die Aktionäre gehen für das Geschäftsjahr erneut leer aus.
  • Der Verkauf eines Grossteils des unrentablen Wasserkraftportfolios sei zudem noch nicht abgeschlossen.

Der Energiekonzern Alpiq hat es im vergangenen Jahr zurück in die schwarzen Zahlen geschafft. Allerdings bleibt das Marktumfeld schwierig. Priorität hat beim Unternehmen weiterhin die Sicherstellung der Kapitalmarktfähigkeit. Der Umsatz von Alpiq sank 2016 auf 6,08 Milliarden – von 6,72 Milliarden Schweizer Franken im Jahr 2015.

Die Aktionäre sollen erneut keine Dividende erhalten. Künftig will Alpiq den Fokus auf die profitablen Wachstumsfelder legen und die Profile schärfen. Im Laufe des nächsten Jahres sollen zudem ausgewählte Bereiche für Investoren geöffnet werden. Die Kontrolle über diese drei Geschäftsbereiche will Alpiq jedoch behalten.

2017 mit schlechten Vorzeichen

Für das laufende Jahr rechnet Alpiq damit, dass das operative Ergebnis weiter durch negative Währungseffekte, den Ausfall des Kernkraftwerks Leibstadt sowie durch das herausfordernde Marktumfeld mit tiefen Grosshandelspreisen belastet sein wird. Zudem würden die regulatorischen Rahmenbedingungen nach wie vor den Wettbewerb in der Schweiz verzerren.

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Klaus Ammann

Die deutlich besseren Zahlen des Unternehmens sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Alpiq nach wie vor in einer schwierigen Situation steckt. Die Strompreise sind nach wie vor tief, sodass Alpiq mit den grossen Kraftwerken (AKW und Stauseen) weiterhin kaum Geld verdienen wird. Alpiq ist auf zusätzliches Kapital angewiesen, um langfristig auf einen grünen Zweig zu kommen. Dieses hätte aus dem Verkauf von 49 Prozent des Wasserkraftportfolios kommen sollen. Doch bisher haben sich offensichtlich keine Käufer gefunden. Alpiq versucht nun ähnlich wie Axpo die drei Bereiche «Digitales», «Bau- und Rückbau von Kraftwerken» und «Gebäudetechnik» separat zu bündeln, um Investoren anzuziehen. Ob dies den gewünschten Erfolg bringt, ist heute offen.