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Wirtschaft Alstom-Kündigungen: Welche Rolle spielt Joseph Deiss?

Seit 2015 steht Joseph Deiss an der Spitze von General Electric Schweiz, zu dem das Energiegeschäft von Alstom gehört. Die Rolle des alt Bundesrats beim geplanten Stellenabbau bleibt allerdings unklar.

Joseph Deiss referiert an einer Medienkonferenz der Firma Alstom.
Legende: Eine Stellungnahme von Joseph Deiss zum Stellenabbau in der Schweiz ist bisher ausgeblieben. Keystone

Gestern gab der US-Konzern General Electric (GE) den Abbau von bis zu 1300 Stellen in der Schweiz bekannt. Joseph Deiss hat sich seither noch nicht zu Wort gemeldet. Dies ist insofern erstaunlich, als der ehemalige Bundesrat gemäss Handelsregister seit November 2015 der offizielle Vorsitzende der Geschäftsleitung von GE Schweiz ist. Bekannt wurde bisher lediglich, dass Deiss am Mittwochvormittag beim Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann vorstellig wurde.

Vor seinem Engagement bei GE war Deiss Verwaltungsratspräsident bei Alstom Schweiz, dessen Energiegeschäft heute der GE gehört. Bei Amtsantritt 2012 zeigte er sich in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» zuversichtlich. Die französischen Kraftwerkbauer hätten ihm zugesichert, den Standort Schweiz weiter auszubauen.

Deiss' Kampf um den Standort Schweiz

Deiss' Optimismus wurde allerdings bereits im April 2014 hart auf die Probe gestellt. Aufgrund der stark rückläufigen Nachfrage für thermische Kraftwerke und Turbinen, die Kernprodukte von Alstom, gab der französische Industriekonzern Pläne zum Verkauf seiner gesamten Energiesparte bekannt. Es folgte ein wochenlanger Übernahmekampf zwischen Siemens und GE. Bei einer Übernahme durch Siemens hätte eine Abwanderung der Schweizer Arbeitsplätze gedroht.

Deiss wollte dies gemäss Informationen der «Aargauer Zeitung» unbedingt verhindern und setzte sich für das Fortbestehen des Standorts Schweiz ein. Mit Erfolg: im November 2014 genehmigte die französische Regierung schliesslich den Verkauf des Energiegeschäfts von Alstom an GE.

Welche Rolle Deiss beim jüngsten Entlassungsentscheid der GE spielte, bleibt indessen unklar. Auch Fragen zur zukünftigen Funktion des ehemaligen CVP-Politikers bei GE bleiben offen. Für eine Stellungnahme war Deiss bisher nicht erreichbar.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Roman Knoepfel (winglet55)
    Vor allem hat Herr Deiss, beim Verkauf von Alstom an GE, eine Prämie kassiert! Ebenfalls wird sein Vertrag mit GE einen weissgoldenen Fallschirm beinhalten! Darum schweigt der Herr auch, er müsste wohl seinen Bonus bekanntgeben.........
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Hier & Fire gilt in amerikanischen Firmen, da kann ein "kleiner CEO aus der Schweiz" gar nicht viel dagegen tun. Und Deiss kann ja diese Energiesparte, die seit jeher schon unter den früheren Besitzer kränkelte auch nicht einfach zum Gold-Esel machen. GE zieht die Konsequenzen und macht einen Abbau. - So einfach ist das in Ami-Buden.
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  • Kommentar von Peter Escher (Peter)
    Beat Reuteler / .. aha, nun, - was bringt es dann an der " Spitze " zu stehen, ausser einem lukrativen " Einkommen " ?
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