Amazon begeistert mit Minus, Google enttäuscht mit Plus

Es ist die verkehrte Welt: Obwohl Amazon im letzten Weihnachtsgeschäft weniger verdient hat als im Vorjahr, sind die Börsianer begeistert. Google steigerte den Gewinn in derselben Zeit, wurde an der Börse dafür aber abgestraft.

Ein Mann hält ein Paket von amazon.com in der Hand.

Bildlegende: Nach roten Zahlen löst auch ein Gewinnrückgang von zehn Prozent ein Kursfeuerwerk aus. Keystone

Der weltgrösste Online-Detailhändler Amazon hat im letzten Weihnachtsgeschäft gut zehn Prozent weniger verdient als ein Jahr zuvor. Der Gewinn sank auf 214 Millionen Dollar. Trotzdem waren die Investoren und Analysten an der Börse begeistert.

Das Ergebnis übertraf ihre Erwartungen um fast das Doppelte. Es störte sie auch nicht, dass der Umsatz mit einem Plus von 15 Prozent auf 29,33 Mrd. Dollar die Marktprognosen verfehlte. Die Aktie stieg nach Börsenschluss zwischenzeitlich um rund zwölf Prozent. Im dritten Quartal 2014 hatte Amazon die Anleger mit einem Verlust von 437 Mio. Dollar schockiert.


Starker Dollar belastet Ergebnis von Google

3:13 min, aus SRF 4 News aktuell vom 30.01.2015

Enttäuscht sind sie auch von Google. Der kalifornische Internet-Konzern hat im letzten Quartal 41 Prozent mehr verdient als im Jahr zuvor und steigerte den Gewinn auf 4,8 Mrd. Dollar. Gleichzeitig stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 18,1 Mrd. Dollar. Analysten hatten mehr erwartet und straften Google nach Börsenschluss ab. Die Aktie fiel zunächst um rund zwei Prozent, fing sich dann aber rasch wieder.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Google im Gegenwind

    Aus Rundschau vom 17.12.2014

    Die amerikanische Suchmaschine Google weiss alles über seine Nutzer. Fast jeder Klick im Netz stillt den Hunger einer unermesslichen Datenbank. Damit verdient Google Milliarden. Jetzt regt sich Widerstand: Die EU-Wettbewerbsbehörde denkt laut über eine Aufspaltung des Unternehmens nach. Bis Ende 2015 wollen sich die europäischen Länder auf gemeinsame Datenschutzbestimmungen einigen.

  • Amazon-Chef Jeff Bezos in Idaho, USA

    909 gegen Amazon

    Aus Echo der Zeit vom 10.8.2014

    Lange hielt man Amazon-Chef Jeff Bezos für eine Art Robin Hood der Buchwelt. Nun aber ist sein Image im Sturzflug, unter anderem wegen der Streitereien zwischen Amazon und dem US-Verlag Hachette um die Preise von E-Books. Nun melden sich die Schriftsteller zu Wort.

    909 Autoren forderten in einem offenen Brief, Bücher nicht als Geiseln zu nehmen.

    Priscilla Imboden