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Wirtschaft Anleger könnten Credit Suisse verklagen

Wars das, oder kommt das dicke Ende erst noch? Eine wichtige Frage in Sachen CS. Die Bank hat sich mit der US-Justiz auf eine Zahlung von 2,8 Milliarden Dollar geeinigt. Das tut weh, ist aber verkraftbar. Ausser es kommen jetzt noch teure Klagen von Investoren und Kunden auf sie zu.

Credit Suisse Schriftzug auf einer Glastüre, in der sich ein Gebäude spiegelt.
Legende: Ein neue Bedrohung am Horizont: Auf die CS könnten Zivilklagen zukommen. Keystone

Wer vor ein paar Jahren als Aktionär bei der Credit Suisse eingestiegen ist, hat bis heute viel Geld verloren, da die Aktie stark an Wert eingebüsst hat. Solche Investoren könnten in nächster Zeit durchaus auf Schadenersatz klagen, meinen Experten.

Das Schuldeingeständnis der CS diese Woche ist eine gute Ausgangslage dafür. Denn vor Gericht in den USA könnten Geschädigte so argumentieren: Hätten sie gewusst, dass die CS bei der Steuerhinterziehung helfe, hätten sie ihr Geld niemals in Aktien der Schweizer Bank gesteckt.

Zwar müsste ein solcher Schaden erst einmal bewiesen werden. Und das dürfte gar nicht so einfach werden, sind die Juristen überzeugt. Doch in den USA gibt es das Instrument der Sammelklagen, die von streitbaren Anwälten geführt werden. Und solche Klagen können für eine Bank so lästig werden, dass man sie aussergerichtlich mit einer Geldzahlung beilegt, auch wenn einen unter Umständen gar keine Schuld trifft.

Keine Rückforderung von Bussgeldern möglich

Im Gegensatz zu Aktionären, die Geld verloren haben, haben CS-Kunden, die von der US-Justiz erwischt wurden, kaum eine Chance, ihr Bussgeld von der CS zurückzufordern. Denn solche Steuersünder sind in den Augen der USA keine Opfer, sondern werden als Täter gesehen. Zudem müssten sie beweisen können, dass ihnen gar nicht bewusst war, dass sie Steuern hinterzogen haben, oder dass sie von der Schweizer Bank quasi zum Steuerbetrug überredet wurden.

Insgesamt kann man sagen: Die Gefahr von Klagen gegen die CS in nächster Zeit ist durchaus da – eine eigentliche Klagewelle ist aber nicht zu erwarten.

Zwar ist denkbar, dass noch einzelne Kunden oder Investoren Geld bekommen werden. All dies dürfte sich aber mit grösster Wahrscheinlichkeit finanziell in einem Bereich bewegen, der im Vergleich zur aktuellen Busse von 2,8 Milliarden Dollar schon fast zu vernachlässigen ist.

(eglc;brut)

5 Kommentare

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  • Kommentar von Reinmann Paul, Solothurn
    Haben VR und GL nicht eine klare Aufgabe welche in den Statuten festgelegt ist. Wenn ja, haben wir es hier mit einem klaren Versäumnis zu tun und müssten diese "Lausbuben" doch eigentlich auch nach Schweizer Recht, zumindest angreifbar sein. Oder müsste sogar via den USA geklagt werden? Alles kriminelle meiner Ansicht nach und wenn sie nicht ins Gefängnis gesteckt werden können sollte zumindest dafür gesorgt werden, dass sie das Land nicht mehr verlassen können. (Int. Haftbefehl)
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  • Kommentar von Patrick Frei, Kölliken
    Dass jeweils auf EINE Bank geschossen wird, mag ungerechtfertigt erscheinen. Doch Mitleid ist meinerseits keins zu verspüren. Die wahren Kriminellen auf dieser Erde sind Grossbanken. Nicht nur die CS. Und einmal mehr wird klar, dass der Begriff "Wirtschaftsethik" ein Chiasmus und Wunschtraum bleibt.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Und was ist eigentlich, wenn Jemand das Geld in der Matraze versteckt? Wird der Matrazenhändler wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung verfolgt?
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    1. Antwort von R.Käser, Zürich
      @Dreier, wenn der Matrazenhändler ein Tressor in die Matraze einbaut und aktiv mit seinen Schwarzgeld- Matrazen auf die Reise geht, dann wäre es durchaus angebracht dem auf die Finger zu klopfen.
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