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Wirtschaft Apple enthüllt den neusten Streich

In einer Video-Präsentation hat der kalifornische Technologie-Konzern seinen neusten Streich – die Apple-Watch – enthüllt. Daneben hat Apple zwei iPhone-6-Modelle mit deutlich grösseren Bildschirmen vorgestellt.

Legende: Video Apple präsentiert smarte Uhr und grössere Handys abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus 10vor10 vom 09.09.2014.

Die Gerüchte werden Realität: Apple steigt ins Geschäft mit Computeruhren ein. Konzernchef Tim Cook präsentierte die seit langem erwartete Apple Watch. Sie hat einen quadratischen Bildschirm mit abgerundeten Ecken. Es ist der erste Vorstoss von Apple in eine neue Produktkategorie seit dem iPad-Tablet vor über vier Jahren.

Uhr für einen Gesundheitscheck

«Wir glauben, dass dieses Gerät neu definieren wird, was die Menschen von dieser Produktkategorie erwartet», sagte Cook. Ob dies wirklich gelingen wird steht noch in den Sternen. Konrad Weber, Social Media-Experte von SRF, ist skeptisch, ob die Apple Watch zu einem Massenphänomen wird.

Mit Rücksicht auf den kleinen Bildschirm sei eine komplett neue Bedienung entwickelt worden, sagte Cook. Die einzelnen Apps werden mit runden Symbolen angezeigt. Die Uhr soll unter anderem Gesundheitsdaten sammeln und Kurznachrichten anzeigen. In die Steuerung ist der typische Drehknopf an der Seite eingebunden. Er dient zur Navigation auf dem Bildschirm und übernimmt auch die Rolle des Home-Buttons.

Iphones mit grösseren Displays

Apple setzt im Wettstreit um den Smartphone-Markt auf deutlich grössere iPhones. Das Unternehmen kündigte wie erwartet zwei neue Modelle mit Display-Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll an. Sie heissen iPhone 6 und iPhone 6 Plus. «Sie sind grösser, sie sind viel grösser», sagte Marketingchef Phil Schiller bei der Präsentation in Cupertino.

Konkurrierende Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android haben schon länger grössere Displays. Apple sperrte sich bisher gegen diesen Trend. Der Konzern begründete dies mit einer schlechteren Bildqualität auf grösseren Displays sowie der Notwendigkeit, das Smartphone leicht mit einer Hand bedienen zu können.

Auch beim neuen iPhone-Betriebssystem iOS8 lässt Apple nun die Zügel lockerer und erlaubt beispielsweise eine Tastatur-Apps von Drittanbietern.

Konkurrenz zur herkömmlichen Brieftasche

Neu einführen will der Konzern ein iPhone-Bezahlsystem, das der herkömmlichen Brieftasche Konkurrenz machen soll. Konzernchef Cook kündigte eine digitale Geldbörse im neuen iPhone 6 an. Damit soll es reichen, das Telefon an das Lesegerät an der Kasse zu halten und die Zahlung per Fingerabdruck auf dem iPhone-Sensor zu bestätigen. Das System heisst Apple Pay. Es nutzt wie erwartet den Nahfunk-Standard NFC, auf den die Finanzbranche bei mobilen Bezahldiensten setzt.

Apple sammle dabei keine Daten, betonte iTunes-Chef Eddy Cue. «Apple weiss nicht, was Sie gekauft haben, wo Sie es gekauft haben und wie viel Sie dafür bezahlt haben.» Auch mit dem Händler würden dabei keine Karten-Informationen geteilt. Der Konzern nannte als Partner die grossen Kreditkarten-Konzerne Mastercard, Visa und American Express sowie mehrere US-Banken.

Börsenkurs explodiert

Während Apple in Cupertino seine neuen Produkte vorstellte, stieg der Börsenkurs des Konzerns an der Wallstreet auf den höchsten Stand seiner Geschichte. Der Wert der Firma beläuft sich damit auf 600 Milliarden Dollar – dies entspricht ungefähr dem Bruttoinlandprodukt der Schweiz.

Die Aktie von Ebay ist währenddessen deutlich gesunken. Ebay ist Eigentümer von Paypal, das vom neuen Bezahlsystem Apple Pay erhebliche Konkurrenz erhalten wird.

«Ich bin etwas enttäuscht»

Jean-Claude Biver
Legende: srf

Der Schweizer Unternehmer und Uhrenmanager Jean-Claude Biver sagt über die neue Apple Watch: «Ich hätte mehr erwartet. Ich bin etwas enttäuscht.» Sie sehe ähnlich aus wie andere «connected» Uhren. Ausserdem werde nichts über die Batterielaufzeit gesagt. Für Biver impliziert das, dass sie nicht sehr gut sein kann. «Sonst würde es ja erwähnt.»

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Jo Mooth, Zürich
    Bedauerlich, wie erneut alle Medien, einschliesslich des öffentlich-rechtlichen SRF, Gratiswerbung für Apple machen. Auch im TV und Radio werden die Produkte von den Moderatoren ungeniert angepriesen. Oder fliessen dafür etwa gar Gelder von Apple?
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    1. Antwort von Simon Sachser, Basel
      Och, für Microsoft kann man ja zur Zeit nicht Werben, denn das Windoof 8.1 ist wie das Steuerrad im Kofferraum bei einem Auto. unbrauchbar. da da eh schon alle wissen, mus man auch gar nichts darüber erzählen. weiter hat ja Windows auch Ihre Windows 8 Uhr, von der hört man auch nichts und Google Glaces wird sich auch nicht durchsetzen. So wird es auch mit dem angebissenen Apfel gehen. gross neues haben diese Konzerne in den letzten Jahren nichts geschaffen. Ein Bericht über Reactos vielleicht?
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    2. Antwort von Jo Mooth, Zürich
      @Simon: Mir geht es nicht um Apple, sondern um die Medien, die von den Konzernen vorbereitete Meldungen mit eindeutigem Werbecharakter grosszügig verbreiten und dann gleichzeitig scheinheilig von der Modefirma mit den zwei Buchstaben (natürlich H&M) sprechen.
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    3. Antwort von Peter Meier, Zürich
      @Simon Sachser: Google macht jetzt Glacé?
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  • Kommentar von Robert Heydrich, Zürich/Berlin
    Erst Facebook dann Apple Watch, die NSA lässt sich mit ihren Erfindungen nicht lumpen. Big Brother is WATCHing you!
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  • Kommentar von B. Küng, Biel
    Ich mag Apple-Produkte, aber diese Uhr braucht's wirklich nicht und ich werde die auch nicht kaufen. Iphone, Ipad und Ipod hingegen sind gute und nützliche Produkte. Ich besitze ein Iphone4 das noch tadellos funktioniert und dieses werde ich benutzen bis es den Geist aufgibt. Wenn es soweit ist kann ich ja dann das neueste kaufen.
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