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Wirtschaft Apple verkauft mehr und verdient weniger

Quartal für Quartal hat Apple den Gewinn gesteigert. Nach zehn Jahren ist die Erfolgsserie etwas gebremst – trotz eines Rekord-Umsatzes. Der Konzern muss seine Innovationen neu ankurbeln. Die SRF-Digitalredaktion sieht einen möglichen Apple-Coup.

Im Zug fällt es besonders auf: Immer mehr Menschen vertiefen sich in ihre Smartphones oder Tablets. Alleine in den vergangenen drei Monaten gingen mehr als 37 Millionen iPhones und mehr als 19 Millionen iPads über den Ladentisch.

Ein Bauarbeiter auf einem Kran vor einem grossen Apple-Signet.
Legende: Geht's auf- oder abwärts? Klar ist: Apple bewegt sich immer noch auf sehr hohem Niveau. Reuters

Apple steigerte den Umsatz um elf Prozent auf 43,6 Milliarden Dollar. Damit hat das Unternehmen fürs zweite Geschäftsquartal einmal mehr Rekorde aufgestellt.

Die Kehrseite: Der Gewinn in jenem Quartal ist erstmals seit zehn Jahren geschrumpft. Der Elektronikkonzern verdiente 9,5 Milliarden Dollar. Das sind 18 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Zahlen nicht aufgeschlüsselt

Die Zahlen überraschen die SRF-Digital-Redaktion. «Bei diesem Umsatz ist es uns nicht klar, was auf den Gewinn gedrückt hat. Wo die zusätzlichen Ausgaben herkommen, ist nicht ersichtlich. Die von Apple veröffentlichten Zahlen sind schwach aufgeschlüsselt», sagt SRF-Digital-Redaktor Lucius Müller zu SRF News Online.

700 Millionen Smartphones

Trotz des Gewinnrückgangs: 9,5 Milliarden Dollar – das ist das viertbeste Quartalsergebnis in der Geschichte des Unternehmens. Wie kamen die hohen Werte bei Umsatz und Gewinn zustande? Es wurden mehr mobile Produkte verkauft: mehr iPhones und vor allem 65 Prozent mehr iPads. Der Verkauf von Computern sank hingegen.

Diese Zahlen widerspiegeln die Situation der ganzen Branche. 2012 verkaufte sie 148 Millionen Desktops (herkömmliche Computer) und 202 Millionen Laptops – das sind vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 128 Millionen Menschen  weltweit kauften ein Tablet und gar 722 Millionen ein Smartphone.

Geräte verschmelzen

Apple wird die Entwicklung herkömmlicher Computer jedoch nicht einstellen. Die Geräte «verschmelzen miteinander», sagt SRF-Redaktor Müller: Eine für den Computer entwickelte Technologie wird später bei mobilen Geräten angewendet. Das Betriebssystem des iPhones ist beispielsweise dasselbe wie beim Mac.

Und noch etwas spricht für eine Weiterentwicklung der Computer: Viele kaufen ein iPhone, weil sie schon einen Mac haben. Zwei Geräte derselben Marke – das macht es leicht, etwa Daten zu synchronisieren.

«Ein Smartphone alleine ins Rennen zu schicken und das Geschäft vollkommen auf den mobilen Markt zu verlagern, wäre zu riskant», bestätigt Müller.

Eine Armbanduhr?

Im letzten Jahr verlor Apple seine Position als führender Smartphone-Hersteller an Samsung. Apple-Chef Tim Cook glaubt an Wachstum in neuen Segmenten. Für den Herbst sowie für 2014 kündigte er neue Produkte an. Einzelheiten hat er nicht genannt.

Über ein neues Produkt wird seit zwei Jahren spekuliert: den neuen Apple-Fernseher. Kommt der tatsächlich? Müller ist skeptisch; dies sei schwieriges Terrain.

Müller vermutet einen anderen Coup: «Ich bin überzeugt, dass sie eine Uhr bringen. Wenn Leute an einer Bushaltestelle stehen, zücken alle ihr Telefon, quasi als Uhrersatz. Apple könnte eine Notification-Uhr entwickeln: Zeit, Mails und Nachrichten wären auf einen Blick ersichtlich.»

100 Milliarden Dollar für Aktionäre

Die Apple-Aktionäre profitieren von der gegenwärtig guten Lage. Der Konzern hat angekündigt, einen Teil der Geldreserven von rund 145 Milliarden Dollar auszuzahlen. Bis Ende 2015 sollen die Aktionäre rund 100 Milliarden Dollar erhalten. Mit diesem Schritt kommt das Unternehmen den Eigentümern entgegen: Seit Jahren schon wollen sie vom stetig wachsenden Geldberg profitieren.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Alex Bauert, Köniz
    Verständlich, dass weniger PC verkauft werden von Mac. Einerseits schreckt die Datensammelwut von Apple ab, andererseits werden die besten ProgrammiererInnen für die Geldlieferanten iPhone, iPad eingesetzt. Mit Negativauswirkungen auf die PC. Es gibt Leute, die nach 30 Jahren Mac daran denken, auf Windows umzusteigen aus diesen Gründen.
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