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Apples Milliarden Tech-Gigant könnte UBS, CS, Swiss Re und Co. auf einmal kaufen

270 Milliarden Dollar Cash liegen im Portemonnaie – wie wird Apple das Geld ausgeben?

Legende: Audio Prognosen Apple: Das Weihnachtsgeschäft soll 85 Mia. Dollar bringen abspielen. Laufzeit 2:55 Minuten.
2:55 min, aus SRF 3 Wirtschaft vom 03.11.2017.

Am Freitag ist das neue iPhone in die Läden gekommen. Die Kunden standen rund um den Globus Schlange. Apple erwartet, dass das Gerät die Kassen noch praller füllt als sie ohnehin schon sind.

Menschenschlange vor Applestore in New York an der Fifth Avenue.
Legende: In New York wie in vielen anderen Städten standen Leute für das iPhone X Schlange. Keystone

270 Milliarden Dollar Cash hat der Konzern auf der Seite. Das zeigten die neusten Geschäftsergebnisse, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurden. 270 Milliarden, das ist mehr als das BIP vieler Staaten.

Mit den 270 Milliarden Dollar könnte Apple Firmen übernehmen, in die eigenen Projekte investieren oder seine Preise senken. Das Geld würde reichen, um die UBS, die Credit Suisse, Swatch, Swisscom, Swiss Re, die Hälfte aller im Swiss Market Index vertretenen Unternehmen, alle auf einmal zu kaufen.

Mehrheit des Geldes liegt im Ausland

Tatsächlich übernimmt Apple fleissig andere Firmen. Dutzende waren es in den letzten Jahren. Meist kauft der Technologie-Gigant allerdings nur kleine innovative Firmen und macht keine Grossübernahmen. Ausser: Beats Electronics. Für die farbigen, trendigen Kopfhörer hat Apple 3 Milliarden Dollar hingeblättert. Es ist die Ausnahme, welche die Regel bestätigt.

Apple kauft nicht auf. Apple investiert. Und zwar in die eigene Entwicklung. Die erfolgreichen Produkte MacBook, iPod und vor allem das iPhone kommen aus den Firmen-Labors in Kalifornien.

Die 270 Milliarden Cash wiederum lagern überwiegend im Ausland. Wenn Apple sie in die Forschung und Entwicklung in Kalifornien investieren will, müsste das Unternehmen das Geld erst in die USA überweisen. Doch dann würden die Milliarden besteuert und Steuern zahlen, will Apple nicht. Zumindest nicht in dem Ausmass, wie es das US-Gesetz derzeit vorsieht.

Anstatt zu senken, lässt Apple Preise steigen

Um Steuern zu vermeiden, hat der Tech-Konzern gar Schulden in Milliardenhöhe gemacht. Mit diesen Schulden konnte er den Aktionären Dividenden bezahlen, ohne seine Reserven aus dem Ausland holen zu müssen. Verschiedene Aktionäre wiederum strecken ihre Finger schon lange nach dem stetig wachsenden Geldberg aus. Sie hoffen auf eine stolze Sonderdividende. Doch Apple wehrt ab.

Angesichts der brachliegenden Milliarden, könnten treue Kunden auf die Idee kommen, dass Apple eigentlich auch seine Preise senken könnte. Tiefere Preise für iPhone und Apple Watch tönt aus Konsumentensicht gut, wäre angesichts der Milliarden verkraftbar würde aber aus Unternehmenssicht kaum Sinn machen. Denn, solange die hohen Preise den Kontostand dermassen anschwellen lassen, wird der Konzern die Strategie nicht ändern. Der Preis des neuen iPhones zeigt deshalb auch in die gegenteilige Richtung – die Preise steigen.

Apple wartet auf Steuererleichterungen in den USA

Was also macht Apple mit den 270 Milliarden? Es dürfte eine Kombination werden von all dem, von Firmenübernahmen, Investitionen in neue Produkte und Ausschüttung an Aktionäre.

Fast interessanter aber ist die Frage, wann dies geschehen wird. Die Antwort darauf ist eine politische. Der Tech-Gigant wird seine Milliarden erst dann in die USA verschieben und ausgeben, wenn er zuhause Steuererleichterungen erhält. Der Apple-Chef Tim Cook rechnete noch dieses Jahr damit, wie er klar zum Ausdruck gebracht hat.

Beim neuen US-Präsidenten Donald Trump wiederum stehen Steuererleichterungen tatsächlich weit oben auf der Agenda. Entsprechende Steuererleichterungs-vorschläge wurden diese Woche in Washington von den Republikanern präsentiert.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Die Entwicklungen sind so schnell dass man gar nicht mitkommt. Kaum ist das IPad und WWW gebohren hört man nur noch Blockchain, in den nächsten 10 Jahren wird der berühmte Satz: Geh mit der Zeit oder du gehst mit der (in sehr kurzen) Zeit, perfekt passen. Würde sagen von 2020-2030 geht die Post ab.
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Der Vergleich deutet an, in welche Richtung sich die grössten Player bewegen. Wuchsen in den Achtzigern die Konzerne noch vorwiegend in der eigenen Branche (grosse Holdings ausgenommen), werden sie sich inskünftig breiter aufstellen. Missliebige nachwachsende Konkurrenten aus der eigenen Branche können mit so viel Atem frühzeitig aus dem Feld geschlagen oder dem eigenen Firmenkonstrukt einverleibt werden. - Die Abhängigkeit der weltweiten Kundschaft (Private und Firmen) steigt gefährlich an.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    @kelten : sehr konsequent. wenn sie sich etwas bemühen, gibt es anlagemöglichkeiten, die regionale - wo immer sie leben, schlafen und essen - systeme stärken und unterstützen. denn unter dem strich, wer muss für den zugewinn ihrer 'wertpapiere' aufkommen, nicht sie, schon klar? wer denn, schafft den mehrwert in dem sie/er ihre lebenszeit opfert, um solche iphonies herzustellen? wer muss flüchten, weil die gewinnung kostbarer erdmaterialen seine unmittelbaren lebensgrundlagen zerstört?
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