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Wirtschaft Arbeitslosenquote steigt leicht

In der Schweiz waren im August mehr junge Erwachsene arbeitslos. Allerdings gibt es auch Positives: So waren weniger Angestellte von Kurzarbeit betroffen; zudem waren weniger über 50-Jährige auf Stellensuche.

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist von 3,1 Prozent im Juli auf 3,2 Prozent im August gestiegen. Fast 137'000 Personen waren Ende August bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) angemeldet. Das sind über 3000 mehr als im Vormonat. Auch die Gesamtzahl der Stellensuchenden wuchs auf fast 193'000 an.

Alle Branchen verzeichnen Zunahme

Das sei noch nicht besorgniserregend, sagt Boris Zürcher, Direktor Arbeitsmarkt im Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco): «Es ist durchaus im Rahmen der Erwartungen, wie wir sie anlässlich der letzten Prognose im Juni geäussert haben.» Drei Viertel des Anstiegs seien auf saisonale Effekte zurückzuführen, ein Viertel auf die Konjunktur.

Mit Blick auf die einzelnen Branchen fielen laut Zürcher besonders der Handel, Reparaturen und das Autogewerbe negativ auf; darunter insbesondere der Detailhandel. Im Vergleich zum Vorjahr sei praktisch überall eine markante Zunahme registriert worden – löbliche Ausnahme sei der Finanzsektor mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit gewesen, so der Ökonom.

Viele Schulabgänger ohne Lehre

Besonders ins Auge fällt, dass die Anzahl arbeitsloser Jugendlicher und junger Erwachsener deutlich zugenommen hat. Die Zahl der 15- bis 24-Jährigen ohne Stelle stieg von rund 17'000 im Juli auf über 20'500 im August. Auch dies sei für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich, sagt Zücher, da viele Jugendliche nach dem Schulabgang nicht direkt mit einer Lehre begännen.

Gleichzeitig ging die Zahl der arbeitslosen über 50-Jährigen im August leicht zurück. In der mittleren Altersgruppe – den 25- bis 49-Jährigen – blieb die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Juli stabil.

Seco rechnet mit weiterem Anstieg

Auch die Kurzarbeit ist leicht zurückgegangen. Im Juni waren knapp 5300 Menschen vor Kurzarbeit betroffen – das sind immerhin 145 weniger als im Mai. «Das sollte man aber nicht überinterpretieren», so Zürcher vom Seco. Denn für den Monat August lägen fast 400 Anträge von Betrieben vor, die Kurzarbeit einführen wollen.

Werden die aktuellen Arbeitslosenzahlen mit jenen vom August letzten Jahres verglichen, resultiert ein stärkerer Anstieg: In einem Jahr stieg die Zahl der beim RAV eingeschriebenen Personen um über 8500. Im August 2014 betrug die Arbeitslosenquote noch 3,0 Prozent. Bis zum Jahresende rechnet das Seco – wie bisher – mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 3,3 Prozent.

Kurzarbeit: Firmen sorgen vor

Laut einer Mitteilung des Seco beantragten im August fast 400 Betriebe Kurzarbeit (Juli: 340 Firmen). Das bedeute aber noch nicht, dass sie diese auch einführen. Viele dürften aufgrund der Konjunkturaussichten beunruhigt sein und daher vorsichtshalber Kurzarbeit beantragen. Doch der Anstieg zeigt, dass einige Betriebe mit dem Frankenschock kämpfen.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Pierre Bayerdörfer (pb59)
    Die"leichte Erholung" bei den Menschen 50+ wird wohl aus der bestehenden Statistik der 2-jährigen Rahmenfrist entnommen und wenig aussagekräftig, da die monatliche Aussteuerung (wie immer) nicht mit berücksichtigt wird. In den letzten 10 Jahren wurden über 300 000 Menschen ausgesteurert, wohl ein erheblicher Teil davon 50+!
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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Die Arbeitslosenquote für die Jungen wird weiter steigen, um so mehr die echten und unechten jungen Asylbewerber voraussichtlich zur Arbeit zugelassen werden. An den Herbstwahlen werden die Weichen gestellt, in welcher Richtung die politische Schweiz geht. Es ist die letzte Möglichkeit der links Trall auf eine stabile bürgerliche Mehrheit zu bringen. Besonders die Jungen werden mit diesen Wahlen ihre Zukunft entscheident mitbeieinflussen. Die linke Verwaltungsmaschinerie muss gestoppt werden.
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Und wieder einmal sollen die schlecht augebildeten Asylbewerber, die gar nicht arbeiten dürfen, schuld sein, wenn die Schulabgänger keinen Job finden. Und die Linken gleich mit. Wie wärs mit mehr Fakten anstatt rechtspopulistische Propaganda?
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    2. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Fakten in und zur Arbeitswelt, heute und morgen, einfach als "rechtspopulistische Propaganda" zu verurteilen, Herr Steiner, wäre zu einfach! Solange neben der jährlichen NETTOZUWANDERUNG von 70-90'000 Migranten jetzt noch die angerollte Völkerwanderung Tausende Menschen in den schweizerischen Arbeitsmarkt führt, sind solche "Sprüche" recht zynisch! Die Arbeitslosigkeit und deren Auffangbecken (ALV) wird in den nächsten Jahren zu einem ENORMEN PROBLEM werden!
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    3. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Th. Steiner hat absolut recht! Es ist billiges Populismusgeschwätz dieses Phänomen einfach den Asylbewerbern & den Zuwanderern zu unterstellen. Ich denken, die wirklich intelligenten Bürger durchschauen solche bewusst gesteuerte rechte Fehlinformation. Es liegt seit Jahren in der Naur der Sache, dass viele Schulabgänger erst mal keinen Job haben.Dies hat mannigfaltige Gründe. Aber eben, es ist einfacher, die Schuld denen zuzuordnen, welche sich nicht wehren können! Unsaubere Machenschaften eben!
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