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Wirtschaft Arbeitslosenzahlen 2015: Rauf oder runter?

Der tiefe Ölpreis und die Unsicherheit im Euroraum prägen den Arbeitsmarkt auch im kommenden Jahr. Der eine Faktor wirkt sich positiv aus, der andere negativ. Die Arbeitslosenquote werde sich deshalb kaum verändern, schätzt ein Experte.

Eine Hand hält eine aus einer Zeitung ausgerissene Stellenanzeige.
Legende: Sinkt die Arbeitslosenquote wegen des tiefen Ölpreises, oder steigt sie wegen der Eurokrise? Keystone

Aktuell liegt die Arbeitslosigkeit in der Schweiz bei 3,2 Prozent. Doch was bringt das nächste Jahr? Wirtschaftsprofessor und Arbeitsmarktexperte George Sheldon kann sich vorstellen, dass diese Quote in den Sommermonaten leicht sinken wird – saisonbedingt. Massgebend für den Arbeitsmarkt sei aber auch der tiefe Ölpreis. Dieser wirke «wie ein Beschäftigungsprogramm», sagt er gegenüber SRF.

Allzu optimistisch ist Sheldon aber nicht. Es gebe gewisse Fragezeichen bei der Entwicklung im Euroraum – insbesondere in Griechenland, so der Fachmann. «Wenn da eine Krise auftreten würde, hätte das einen stark dämpfenden Effekt.»

Für eine markant tiefere Arbeitslosenquote wäre zudem ein Konjunkturaufschwung nötig. «Wenn man die Impulse betrachtet, kann man davon ausgehen, dass sich die Arbeitslosenquote im kommenden Jahr kaum verändern wird», erklärt der Wirtschaftsprofessor. Eine Arbeitslosenquote von rund drei Prozent sei normal, wenn die Wirtschaft weder am Überhitzen, noch am Abkühlen sei.

Ausländische Arbeitslose verliessen die Schweiz

Anders zeigte sich die Lage in den 70er- und 80er-Jahren. Damals lag dieselbe Quote meist unter einem Prozent. Dafür hat Sheldon aber eine logische Erklärung. Einerseits sei die obligatorische Arbeitslosenversicherung erst 1977 eingeführt worden. Davor bestand kein genereller Anspruch auf Taggeld. «Zweitens waren die meisten von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen nicht dauerhaft in der Schweiz.»

Ausländische Arbeitskräfte hätten nur kurzfristige Arbeitsbewilligungen gehabt, so Sheldon: «Als sie ihre Stellen verloren haben, erfüllten sie die Voraussetzungen nicht mehr, um diese Bewilligung zu verlängern. In der Folge sind sie zurückgewandert.»

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Lehmann, 3098 Schliern
    Die Arbeitslosenzahlen in der Schweiz ? Eine einzige Lüge und Augenwischerei !!! Von Wahrheit ist in diesem Zusammenhang nicht die Rede !!! Ich weiss, wovon ich rede ! Ich war selber 5 Jahre arbeitslos und weil ich immer einen Zwischenverdienst erzielte, erschien ich nicht mehr in den Arbeitslosenzahlen ! Weit über 400 Bewerbungen und weit und breit keine Stelle bis auf den heutigen Tag ! Meinen Zwischenverdienst habe ich jetzt auch noch verloren !
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    1. Antwort von M.Kaiser, Rebstein
      Wollte ihnen einen Typ geben wie sie zu Arbeit kommen, wurde aber nicht frei gegeben hier. Geben sie nicht auf , fangen sie selber etwas an , auch wenn es nur Reparaturdienste an alten Häusern und Gegenständen sind.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Für mich (und viele andere Zeitgenossen!), bleiben unsere Arbeitslosenzahlen (iim Jahresdurchschnitt zwischen 3-3.5%) jedesmal ein unverständliches Phänomen: Da behauptet die Wirtschaft und alle Dienstleistungsbetriebe, sie gingen "bankrott", wenn wir auf die jährliche Nettoeinwanderung von 80-90'000 Ausländer(innen) verzichten müssten! Anderseits sind unter den 3.2% "RAV-Kunden" u.a. immer noch fast 20'000 (!) Jugendliche, mit gesunden Armen und Beinen! Irgend etwas stimmt einfach nicht mehr!
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    1. Antwort von Kurt Vollmer, Zürich
      In despektierlicher Art bezeichnen sie die Menschen als “RAV-Kunden", nun denn. Würden sie sich aber die Mühe nehmen die Statistiken zu analysieren, so sähen sie, dass aktuell 18600 15-24 jährige!!! arbeitslos sind. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Die Ausgesteuerten sind ebenfalls erfasst. Erstaunlich ist der Anteil von 13%!!! im Bereich Hauswirtschaft & Gastgewerbe. Dort sollten sie sich Gedanken machen & nicht dauernd in ihrer MEI-Phobie die Wirtschaft angreifen! Lesen sie die Statistik!
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    2. Antwort von Truk Ditzler, Disentis
      da wundern Sie sich, wenn ein Schüler aus der Schule kommt und schon Arbeitslosengeld bezieht, ohne je gearbeitet zuhaben.
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  • Kommentar von S. Beerli, Zürich
    Ich wüsste gerne wie hoch die wirkliche Arbeitslosenquote ist, eingerechnet der Langzeitarbeitslosen.
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    1. Antwort von Kurt Vollmer, Zürich
      S.Beerli, ganz einfach, konsultieren sie die statischen Auswertungen & Publikationen. Sehr interessant und überaus aufschlussreich. Wichtig aber ist zu wissen, dass auch die Erläuterungen zur Datenerhebung gelesen werden sollten!
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    2. Antwort von M.Kaiser, Rebstein
      Hr. Vollmer, Zürich . Wichtig ist , dass wir dank den grossartigen Statistiken keine Probleme in der Schweiz bezüglich Arbeitslose besitzen . Wichtig ist ferner , dass die Statistiken uns jederzeit vor aufkommenden Arbeitslosen - Steigerungen warnen . Einziger Nachteil , die Statistiken verhelfen den nahezu 100 000 Arbeitslosen in der CH zu keiner Arbeit .
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