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Arbeitsmarkt Schweiz 3,2 Prozent – die Arbeitslosenquote bleibt 2017 stabil

  • Der Wirtschaftsaufschwung kommt langsam auf dem Arbeitsmarkt an.
  • Die Arbeitslosenquote 2017 liegt mit 3,2 Prozent um 0,1 Prozentpunkte tiefer als im Vorjahr.
  • Die Quote liegt im Rahmen der Erwartungen.

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl im letzten Jahr liegt bei 143‘142 Personen und ist damit um 6175 Personen oder 4,1 Prozent tiefer als 2016. Das teilt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit.

Im ersten Halbjahr baute sich die Arbeitslosigkeit von 164‘466 Personen im Januar auf 133‘603 Ende Juni ab. Dies entspricht einem Rückgang um insgesamt über 30‘800 Personen. In der zweiten Jahreshälfte dagegen stagnierten die monatlichen Arbeitslosenzahlen bis Ende Oktober weitgehend.

Boris Zürcher.
Legende: Boris Zürcher: Zehn Jahre nach der Finanzkrise ist Zuversicht angebracht. Keystone/Archiv

Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, erwartet nach 2017 einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Er bestätigt gegenüber SRF News, dass die vielen neuen Stellen vor allem dem Gesundheitswesen und dem Staat zu verdanken sind.

Die staatsnahen Dienstleistungen seien in den letzten Jahren ein wichtiger Treiber der Beschäftigung gewesen und hätten stabilisierend auf den Arbeitsmarkt gewirkt. Aber auch die Privatwirtschaft habe Stellen geschaffen, etwa im Bau oder bei wissenschaftlichen Dienstleistungen, betont Zürcher.

Beschleunigte Tendenz zur Normalisierung

Zum Umstand, dass die Arbeitslosenquote hartnäckig bei etwas über drei Prozent verharrt, äussert sich Zürcher wie folgt: «Der Rückgang der Arbeitslosigkeit war über die letzten Monate hinweg sehr zähflüssig. Wir sehen aber am aktuellen Rand doch eine Beschleunigung. Wir gehen für 2018 von 2,9 Prozent und für 2019 von 2,8 Prozent aus.»

Man soll jetzt diesen Aufschwung geniessen und die Chance packen.
Autor: Boris ZürcherChef der Direktion für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco)

Nach Einschätzung von Zürcher wird die Schweiz also künftig nicht zwingend mit einem Sockel von um die drei Prozent Arbeitslosen leben müssen. Er erinnert, dass der Arbeitsmarkt in den letzten zehn Jahren in hoher Kadenz geschockt wurde mit einer zweimaligen Überwertung des Frankens. Dies sei doch eher aussergewöhnlich. In der sehr langen Ruhephase von 2002 bis 2007 habe sich der Arbeitsmarkt dagegen stark erholt. Dies dürfte bei einer erneuten derartigen Ruhephase wieder der Fall sein.

Zürcher räumt aber ein, dass das Zinsänderungsrisiko in der Weltwirtschaft immer noch beträchtlich und die Verschuldungssituation in Europa immer noch recht stark seien. Auch seien die wichtigsten strukturellen Probleme in der Eurozone noch nicht alle gelöst. «Aber man soll jetzt diesen Aufschwung geniessen und die Chance packen. Ich glaube, dass zehn Jahre nach der Finanzmarktkrise Zuversicht angebracht ist.»

Kaum mehr arbeitslose Jugendliche

Zeitungsinserat.
Legende: Weniger Personen müssen Stelleninserate aus den Zeitungen reissen. Die Arbeitslosenquote 2017 liegt bei 3,2 Prozent. Keystone / Symbolbild

Die Zunahme der Arbeitslosenzahlen im November und Dezember 2017 lässt sich denn auch ausschliesslich durch saisonale Effekte erklären. Der starken Abnahme aus dem ersten Halbjahr steht damit eine nicht einmal halb so hohe Zunahme von rund 13‘000 Personen auf einen Stand von 146’654 per Ende Dezember 2017 gegenüber.

Im Dezember nahm die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) gegenüber dem Vormonat kaum zu. Die Quote verharrte bei 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr nahm sie jedoch um 0,5 Prozentpunkte ab.

Dagegen nahm die Anzahl der älteren Arbeitslosen (50 und älter) deutlich zu, und die Quote stieg auf 2,9 Prozent von 2,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich verringerte sie sich leicht um 0,1 Prozentpunkte.

Legende:
Entwicklung Arbeitslosenquote seit 1995 Zahl der registrierten Arbeitslosen am Stichtag geteilt durch die Zahl der Erwerbspersonen. Seco

Mehr Kurzarbeit im Oktober

Im Oktober 2017 – neuere Zahlen dazu liegen nicht vor – waren laut dem Seco 1699 Personen von Kurzarbeit betroffen und damit 20 Prozent mehr als im Vormonat. Die Zahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich um 5 auf 176 Einheiten.

Die Zahl der Personen, die im Verlauf des Oktobers ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung ausgeschöpft hatten und damit künftig nicht mehr in der Statistik auftauchen, belief sich gemäss der Mitteilung auf 2474.

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