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Wirtschaft Asiaten und Schweizer sollen auf die Piste

Asien ist ein Wachstumsmarkt. Auch Schweiz Tourismus hat dies längst erkannt und wirbt weiterhin um Wintergäste im Nahen und Fernen Osten. Aber auch ski-müde Schweizerinnen und Schweizer sollen vermehrt in den Schnee gelockt werden.

Drei chinesische Touristinnen machen ein Selfie auf dem Titlis.
Legende: Schweiz Tourismus sieht im asiatischen Markt weiterhin grosses Potenzial. Keystone

Längst nicht mehr alles fährt Ski. Saison für Saison schlägt Schweiz Tourismus deshalb kräftig die Werbetrommel für Winterferien in den Schweizer Bergen. In den letzten drei Jahren wurde mit rund 23 Millionen jährlich ein Viertel des Marketingbudgets aufgewendet. Aber nicht nur die Schweizer werden umworben, sondern auch Touristen aus asiatischen Ländern wie China. Dort wurde in den letzten drei Jahren das Werbebudget leicht erhöht.

Winterspiele in Peking als Antrieb

Denn von den Asiaten erhofft man sich viel, wie der Direktor von Schweiz Tourismus Jörg Schmid sagt: «In vielen asiatischen Ländern gibt es keinen Schnee. Das ist das wohl Exotischste, was diese Leute sich vorstellen können. Zudem wird China 2022 die Olympischen Winterspiele austragen. Wir spüren, dass sich hier ein Boom beim Thema Winter anbahnt.»

Das wolle man für die Schweiz nutzen. Auch wenn die Asiaten im Vergleich zu den europäischen Wintergästen nur einen sehr kleinen Anteil ausmachten, sei das Wachstum enorm. «Wir sind in den letzten vier Jahren in China im Winter in den Bergen um 130 Prozent gewachsen. Die Zahl ist klein, aber sie wächst. Die Wirkung des Marketings ist also absolut da. Aber wir haben noch eine mehrjährige Aufbauarbeit vor uns.»

Das Marketing habe sich gelohnt. Für China produzierte Schweiz Tourismus beispielsweise eine grössere Fernsehdokumentation, in welcher der Schweizer Turner Donghua Li durch Schweizer Skiresorts reiste. Ausserdem unterrichteten chinesische Skilehrer ihre Landsleute auf Schweizer Pisten.

Werbekampagnen zeigen Wirkung

Was eine einzelne Marketingmassnahme bringe, könne man nicht messen, sagt Schmid. Doch was alle Werbemassnahmen zusammen bewirken sehr wohl. Dazu macht Schweiz Tourismus alle drei Jahre eine Wirkungsmessung. «Wir wissen, dass wir mit unserer Werbung rund 16 Prozent aller Übernachtungen in der Schweiz beeinflussen. Jeder sechste Gast geht letztlich auf die Kommunikationsanstrengungen von Schweiz Tourismus zurück», erläutert Schmid.

Inwiefern solche Zahlen tatsächlich mit der Realität übereinstimmen, ist schwer zu prüfen. Ein Evaluationsbericht der Universität St. Gallen kam immerhin zum Schluss, dass die Methoden von Schweiz Tourismus tauglich sind, um die Wirkung von Kampagnen zu messen. Der Bericht zeigte ausserdem, dass eine Erhöhung des Werbebudgets tatsächlich etwas bringt. So konnten zwischen 2009 und 2013 die Auswirkungen der Wirtschaftskrise etwas abgeschwächt werden.

All-Inclusive-Pakete für Schweizer

Wegen des starken Frankens sind die Aussichten für den kommenden Winter nicht allzu rosig. Gemäss der Konjunkturforschungsstelle KOF wird die Anzahl Übernachtungen in Hotels stagnieren. Deshalb will Schweiz Tourismus den Hoteliers und Bergbahnen mit Werbemassnahmen unter die Arme greifen.

Unter anderem sollen Leute, die aufgehört haben Ski zu fahren, wieder auf die Piste gelockt werden, sagt der Direktor von Schweiz Tourismus: «Die Skifahrerinnen und Skifahrer werden älter. Da gibt es Gründe, warum man aussteigt. Sei es, dass die Organisation des Materials komplizierter wird oder gesundheitliche Gründe eine Rolle spielen.»

Im Rahmen eines Pilotprojektes bieten deshalb Hotels nicht nur ein Zimmer, sondern auch gleich die Skiausrüstung und einen Skilehrer im Paket an. Schweiz Tourismus hofft, so wieder mehr Einheimische auf Schweizer Skipisten zu bringen und den Wintertourismus anzukurbeln.

Schweiz Tourismus schlägt die Werbetrommel

Stabile Gästezahlen im Sommer – Harter Winter erwartet

Der Schweizer Tourismus hat in der Sommersaison 2015 stabile
Gästezahlen verzeichnet. Ein leichtes Wachstum im Heimmarkt sowie starke
Zuwächse aus aussereuropäischen Ländern konnten den Rückgang bei Gästen aus der
Eurozone beinahe wettmachen. Aufgrund der Frankenstärke rechnet man
aber mit einem harten Winter.
Die Sommermonate von Mai bis August zeigten bei den Hotellogiernächten
in der Schweiz ein insgesamt stabiles Bild. Mit einem Rückgang von 0,1 Prozent
sei die Anzahl der Übernachtungen fast auf dem Vorjahresniveau geblieben,
teilte Schweiz Tourismus am Montag mit. Das wichtigste Gästesegment aus der
Schweiz zeigte dabei ein Wachstum von 0,6 Prozent. Deutlich mehr Gäste kamen
aus China (+38%), Indien (+29%) und den Golfstaaten (+24%). Dagegen habe sich
die Frankenstärke mit einem Minus von 13 Prozent wie erwartet stark negativ auf
die Besucherfrequenzen aus der Eurozone ausgewirkt
Nach einem stabilen Sommer dürfte der hiesigen Hotellerie
und den Bergbahnbetreibern ein schwieriger Winter bevorstehen. Da die meisten
Gäste aus den wachstumsstarken Fernmärkten im Sommer anreisen würden, werde
sich das von europäischen Besuchern geprägte Wintergeschäft besonders
anspruchsvoll gestalten. Die jüngste Abschwächung des Euros gegenüber dem Franken sei zwar erfreulich,
allerdings könne erst mit einer verzögerten Auswirkung auf die Gästezahlen
gerechnet werden. (awp)

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13 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Asiaten gehören so wenig auf die Pisten wie wir in ländliches Gebiet in Asien.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Ist mir nicht ganz klar was Sie wirklich meinen, ich kann es sogar nicht einmal nachvollziehen. PS: Asiaten sind auch Menschen und sogar sehr freundliche und nette Menschen die sogar über eine sehr friedliche Kultur und einen sehr friedfertigen Glauben verfügen. Da könnte man als Europäer und als Schweizer sogar neidisch sein.
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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Auf der Speisekarte eines Restaurants in einem Skigebiet in der Zentralschweiz entdeckte ich kürzlich: Käsefondue ab 2 Personen, pro Person CHF 48.--. Ein Einerli Fendant CHF 9.50. Auf meine Bemerkung, das sei ein totaler Spinnerpreis, meinte ein Kellner: Sie brauchen es ja nicht zu bestellen.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Ineichen: In der Tat, sie müssen es ja wirklich nicht bestellen. Das nennt sich freie Marktwirtschaft. - Allerdings der Kellner lebt davon und kann sich nicht gleichermassen wie Sie, der vielleicht einen recht guten Lohn monatlich gutschreiben kann, gegebenenfalls anderweitig überwasser halten. - Daran sollte man auch mal denken. Denn eines ist gewiss, Geiz ist nicht immer Geil !
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Ich könnte , und habe nur 6 Saison in den Schweizer Bergen gearbeitet das Personal wurde schlecht behandelt, essen war lausig, Bezahlung unverschämt. Es gab sogar einen Betrieb da wurde dem Servicepersonal das Trinkgeld weggenommen, das Servicepersonal, alles Ausländer, wussten nicht dass das nicht in Ordnung war, oder wenn Sie es wussten blieben Sie ruhig. Ich reklamierte diesen Missstand, was meine Entlassung zur folge hatte. Soviel wieso keine Schweizer im Service arbeiten!
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Tja Herr Daniel Röthemund, was die "Personenfreizügigkeit" bzw. der "Fachkräftemangel" so alles möglich gemacht hat. Daher ist es für mich kaum zu verstehen, dass die SP gegen diese MEI der SVP so sturm läuft.
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