Athener Börse auf Talfahrt

Die Märkte reagieren negativ auf die Nachricht von geplanten Neuwahlen in Griechenland. Als Folge davon steigen die Kosten für Staatsanleihen auch in Italien und Spanien.

Börse in Athen

Bildlegende: Die gescheiterten Präsidentschaftswahlen sorgten an der Athener Börse für Kursstürze. Keystone/Archiv

Die gescheiterte Präsidentenwahl hat die griechischen Anleger verschreckt. Der Athener Leitindex fiel um bis zu 11,3 Prozent und weitete damit seine Verluste aus. Auch die griechischen Staatsanleihen sind nach der Ankündigung von Neuwahlen eingebrochen.


Griechenland vor Neuwahlen

3:27 min, aus Rendez-vous vom 29.12.2014

Unmittelbar nach der gescheiterten Präsidentenwahl gerieten die Kurse unter Druck. Die Rendite für Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren kletterte zeitweise kletterte zeitweise auf 9,75 Prozent. Das ist der höchste Stand in diesem Jahr.

Grund für die Nervosität der Anleger ist die Angst, dass bei Neuwahlen das linksradikale Bündnis Syriza an die Macht kommen könnte. Dessen Chef, Alexis Tsipras, lehnt die Sparpolitik der Regierung und der internationalen Geldgeber ab.

Auswirkungen in Südeuropa

Nach der gescheiterten Präsidentenwahl in Athen legten auch Renditen von weiteren Ländern der Eurozone spürbar zu. So stieg der Zinssatz für zehnjährige Staatsanleihen sowohl in Italien als auch in Spanien.

In Deutschland hingegen hat der missglückte Versuch zur Wahl des griechischen Staatspräsidenten die Anleger nur kurzzeitig aufgeschreckt. Der Dax fiel nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses zwar zunächst auf sein Tagestief bei 9775 Punkten, erholte sich jedoch kurz darauf wieder auf das vorherige Niveau. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,65 Prozent tiefer bei 9857,98 Punkten.

Der Eurokurs hingegen hat sich nur wenig bewegt. Am Mittag handelte die Gemeinschaftswährung bei 1,2191 US-Dollar und notierte damit gegenüber dem frühen Handel kaum verändert.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Griechenland steht vor Neuwahlen

    Aus Tagesschau vom 29.12.2014

    Auch im dritten Anlauf ist die Wahl eines neuen griechischen Staatspräsidenten gescheitert. Der frühere EU-Kommissar Stravros Dimas erreichte die nötigen 180 Stimmen nicht. Nun muss Anfang 2015 ein neues Parlament gewählt werden. Einschätzungen von SRF-Korrespondent Werner van Gent.