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Wirtschaft Auch Credit Suisse will neue Schweizer Bank gründen

Die Credit Suisse will ihr Schweizer Geschäft in eine rechtlich eigenständige Einheit verlagern. Die Grossbank geht damit – wie vor ihr die UBS – auf eine Forderung der «Too big to fail»-Gesetzgebung ein.

Legende: Video Einschätzungen von Wirtschaftsredaktor Christian Kolbe abspielen. Laufzeit 2:00 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 21.11.2013.

«Too big too fail» geht gar nicht. Das sagt der Gesetzgeber, und das sagt nach der UBS jetzt auch die Credit Suisse. Sie will will die Rechtsstruktur der gesamten Gruppe anpassen, um regulatorische Anforderungen besser erfüllen zu können.

Mit der Schaffung einer eigenständigen Schweizer Tochter geht die CS einen ähnlichen Weg wie die UBS. Die CS-Pläne sind aber noch umfassender als jene der UBS. Diese hatte unlängst angekündigt, eine separate Gesellschaft mit dem Schweizer Privat- und Firmenkunden-Geschäft zu gründen.

Neuorganisation in USA und Grossbritannien

Bei der CS sollen zusätzlich auch die Aktivitäten in den USA und in Grossbritannien neu organisiert werden. Die Aufsichtsbehörden in der Schweiz und im Ausland sind über die Pläne der Bank informiert. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma hat der rechtlichen Neuorganisation der CS aber noch nicht abschliessend zugestimmt.

Die Finma sowie Regulierungsbehörden in den USA und in Grossbritannien müssen das neue CS-Konstrukt noch analysieren und bewilligen. Die Bank rechnet damit, dass sie die Massnahmen per Mitte 2015 umsetzen kann.

«Es geht vor allem um interne Veränderungen in der juristischen Struktur der Bank», analysiert SRF-Wirtschaftsredaktor Christian Kolbe. «Im Idealfall sollten weder Kunden noch Mitarbeiter, noch die Aktionäre gross etwas von diesen Massnahmen merken.»

Legende: Video Auch CS will neue Schweizer Bank gründen abspielen. Laufzeit 2:04 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.11.2013.

Mehr Eigenkapital für kommende Stürme

Hintergrund der jetzigen Pläne ist die Too-big-to-fail-Regulierung in der Schweiz. Sie verlangt Massnahmen, damit künftig nie mehr der Staat eine Bank retten muss, nur weil sie zu gross und zu wichtig ist für die Wirtschaft, um fallengelassen zu werden.

Zwei Massnahmen stehen dabei im Vordergrund: Erstens müssen die Grossbanken ein dickeres Eigenkapital-Polster aufbauen.

Zweitens müssen sie sich neu organisieren. Die Bank rüstet sich laut SRF-Korrespondent Kolbe für den Krisenfall. «Die CS könnte in der Krise so aufgeteilt werden, dass von der Krise befallene Teile abgespalten werden könnten. Somit wäre das für die Schweiz systemrelevante Schweizer Geschäft geschützt und könnte weiter betrieben werden.»

6 Kommentare

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  • Kommentar von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
    Der Steuerausfall ist jetzt bereits grandios. Nichts wird sich im Gebahren der Banken ändern. Vollgas mit neuen Gesellschaften. Wer keine Steuern bezahlt, hat hier nichts verloren. Bin gespannt ob die Finma und der BR erwacht und die Vorhaben ganz genau unter die Lupe nimmt. Jeder der Steuern bezahlt Herr Rudi j Hardy aus USA ? kann ein Konto eröffnen. Also geben Sie sich einen Schupf und versteuern Sie Ihr Vermögen.
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  • Kommentar von Dieter Wundrak, Frenkendorf
    Ja, hier sieht man wunderbar, dass bald kein Stein mehr auf dem andern steht. Es bewegt sich etwas, sogar die Commerzbank aus Deutschland kommt in die Schweiz und will nur Schweizer mittelständische Kunden als Kundschaft haben. Die Welt bleibt nicht stehen, sie verändert sich ständig. Und das mit den Billionen Schulden der Amerikaner, das wird die nächste Veränderung sein, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Ich sehe einfach ein schreckliches Erwachen, ewig wird man es nicht machen können.
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    1. Antwort von Rudi J Hardy, Coolangatta
      So geht es weiter; eine Tochterbank der CS wollte mich nicht mehr als Kontoinhaber, nun sind die Deutschen da die fuer mich gerne ein Konto aufmachen wuerden. Was ist eigentlich los da drueben? Werde langsam alt, komme aber trotzdem alle 2 Jahre heim und haette gerne was gehabt auf einem Konto das machen bei Euch drueben brauchen kann fuer ein paar Wochen. Vielleicht eroeffnet mir die neue CS wieder eines?
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    2. Antwort von Ernst Jacob, Moeriken
      @Dieter Wundrak: Wussten Sie, dass die Schweizer, wenn man die gesamte Hypothekarverschuldung dazu rechnet, zu den höchstverschuldeten Leuten der Welt gehören? Dass die Banken sich spätestens jetzt aufsplitten müssen, ist doch klar, im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise und der Betrügereien mit dem Wechselkurs kommen wohl noch gewaltige Forderungen auf die Banken zu, die Eine oder Andere könnte daran Konkurs gehen. Da ist es besser, sich firmentechnisch zu diversifizieren, bevor es kracht.
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    3. Antwort von Urs Keller, Binningen
      Da haben sie recht, nun auch die Banken versuchen sich abzusichern denn ein Konkurs dient niemandem, aber ein To big to fail wäre das viel schlimmere Szenario. Was die UBS und die CS machen ist richtig, und schützt den Kunden sowie die lokale Wirtschaft. Andere Banken wie die BLKB drehen zurück. Und die USA werden irgendwann mit wehenden Fahnen collabieren.
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    4. Antwort von Ernst Jacob, Moeriken
      @U.Keller: Es gibt aber einen gewaltigen Unterschied zwischen uns und den Ami's, die bauen gradmal für 25 Jahre, wir aber bauen für 150 Jahre, und wir bauen dazu immer dann am Meisten, wenn es am Teuersten ist. Das kleinste Zittern im Gebälk, und unsere Konjunktur ist Geschichte, so bleibt uns, im Gegensatz zu den USA, gar keine andere Wahl, als das Spiel des Wahnsinn's weiter mitzuspielen, auf Gedeih und Verderb, immer in der Hoffnung, dass es im Ausland nicht besser werde, denn sonst knallt's.
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