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Dieselaffäre zum Trotz Auf dem chinesischen Markt war der VW-Abgasskandal irrelevant

Trotz Abgasskandal hat der deutsche Autobauer letztes Jahr am meisten Fahrzeuge verkauft. Und damit Toyota überholt.

Legende: Video VW neu grösster Autobauer abspielen. Laufzeit 00:43 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 30.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • 2016 hat Volkswagen Toyota als grössten Autobauer der Welt abgelöst.
  • Demnach verkaufte die Toyota-Gruppe im vergangenen Jahr weltweit 10,17 Millionen Fahrzeuge. Volkswagen dagegen rund 10.3 Millionen Autos.
  • Es ist das erste Mal seit fünf Jahren, dass der japanische Branchenprimus die Führung als grösster Autobauer abgeben musste.

Der Volkswagen-Konzern ist 2016 als grösster Autobauer der Welt an Toyota vorbeigezogen. Die Toyota-Gruppe legte entsprechende Zahlen vor. Demnach verkaufte der japanische Konzern 2016 insgesamt 10,17 Millionen Autos. Das ist zwar ein knapper Anstieg um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, reicht aber nicht, um die Spitzenposition zu behaupten.

Der Erzrivale aus Wolfsburg setzte dagegen 10,31 Millionen Fahrzeuge ab – was einem Plus von 3,8 Prozent gegenüber 2015 entspricht. Die Werte hatten sich schon abgezeichnet, wurden mit den Toyota-Zahlen nun aber offiziell.

VW-Plus dank China-Verkäufen

Während VW trotz des Abgas-Skandals zuletzt ein Absatzrückgang erspart blieb und vor allem der wichtigste Markt China die Auslieferungen im vergangenen Jahr

weiter antrieb, mussten die japanischen Konkurrenten in den USA und damit auf einem ihrer wichtigsten Märkte einen leichten Rückgang hinnehmen.

Auch Volkswagen verbuchte in den USA ein Minus von 2,6 Prozent. In der Volksrepublik China brachte der Konzern jedoch knapp 4 Millionen Autos an die Kunden, ein starker Zuwachs von 12,2 Prozent.

Automarkt-Experte Ferdinand Dudenhöffer erklärt den Erfolg von VW

Der grosse Absatz in China hat dem deutschen Autobauer sehr geholfen. Dort spielt das Diesel-Gate überhaupt keine Rolle, denn in China ist Diesel als Treibstoff für Personenwagen gar nicht verfügbar. Der Konzern hat in China auch andere starke Marken, Skoda und Audi. Sogar mit den Premiumprodukten von Porsche ist VW an die Spitze des chinesischen Marktes vorgestossen. Und in Europa kennen die Kunden Volkswagen schon so lange, dass der Autobauer durch den Skandal nicht ins Bodenlose stürzte. Dazu kommt, dass bei Toyota die grossen Investitionen fehlen. Toyota ist bei der Hybridtechnik stehen geblieben, während der Konkurrent einen völligen Neuanfang gemacht hat und sich nun auf Themen wie Elektromobilität und autonomes Fahren konzentriert.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Das zeigt mir doch dass niemand sich um den Umweltschutz kümmert. Alle Konferenzen für die Umwelt kann man ruhig auslassen, denn die kosten nur viel, und bringen nichts!
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Über kurz oder lang wird sich das auch in China ändern. Denn wenn sie weiterhin erfolgreich sein wollen, müssen sie die Umwelt in allen Belangen weit besser schützen. Und es existieren solche Strategien. Die Umsetzung ist natürlich mit der schieren Masse und dem bisherigen eher sorglosen Umgang mit der Umwelt keine leichte Aufgabe. China ist eines der Zentren für Batterien und Akkus. Elektromobilität ist dort noch zwingender als im dünner besiedelten Westen.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Auf einen "Beschiss" mehr oder weniger kommt es da wohl nicht an. Wir sollten den Chinesen mehr auf die Finger schauen und nicht erwarten, dass sie uns kritisieren.
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