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Aufräumen nach der Finanzkrise US-Notenbank baut aufgeblähte Bilanz ab

Die Fed zieht einen Schlussstrich unter die Finanzkrise. Sie stösst die damals aufgekauften Anleihen ab Oktober ab.

Notenbankpräsidentin Janet Yellen.
Legende: Notenbankpräsidentin Janet Yellen will eine moderate Normalisierung der Bilanz der Notenbank erreichen. Reuters

Die US-Notenbank Fed (Federal Reserve) beginnt mit dem Abbau ihrer massiv gewachsenen Bilanz, die in den Jahren nach der Finanzkrise auf 4500 Milliarden Dollar angeschwollen ist. Ab Oktober soll mit dem Verkauf von Anleihen begonnen werden, um die riesige Bilanz zu verkleinern. Während der Finanzkrise kaufte die Fed die Anleihen zur Stimulierung der Konjunktur.

Mit dem Verkauf will die Fed eine Überhitzung der Wirtschaft vermeiden. «Wir werden die Normalisierung unserer Bilanz beginnen und dies auf moderate und verlässliche Art und Weise tun», sagte Notenbankpräsidentin Janet Yellen in Washington. Zunächst sollen die Verkäufe auf 10 Milliarden Dollar pro Monat begrenzt werden.

Die US-Notenbank zieht damit auch einen Schlussstrich unter die Finanzkrise. Allerdings sei auch ein Kursumschwung möglich, sollte der Bedarf entstehen, sagte Yellen.

Nächste Leitzins-Runde erst im Dezember

Erwartungsgemäss hat die Fed den Leitzins unverändert gelassen. Er bewege sich weiterhin in einem Zielkorridor von 1,00 bis 1,25 Prozent, teilte sie nach der Sitzung ihres Offenmarktausschusses mit. Diese Entscheidung sei einstimmig gefallen. Die Fed hatte den Zins zuletzt im Juni leicht erhöht. Man werde an diesem Kurs weiter festhalten, die US-Wirtschaft rechtfertige weitere «graduelle Zinserhöhungen», sagte Notenbankchefin Yellen.

Die Fed beabsichtige, an der anvisierten dritten Zinsanhebung im laufenden Jahr im Dezember festzuhalten. Auch 2018 soll es wieder drei Zinserhöhungen geben. Bei der Inflation wird die Zielmarke von zwei Prozent wohl erst im Frühjahr 2019 erreicht. Derzeit liegt sie bei 1,6 Prozent. Der zweite wichtige Wirtschaftsindikator, der US-Arbeitsmarkt, liegt mit 4,4 Prozent Arbeitslosigkeit auf einem Rekordtief.

Stabiles Wachstums, aber die Hurrikane ...

Für die US-Volkswirtschaft sieht die Federal Reserve ein stabiles, aber kein extrem starkes Wachstum der Wirtschaftsleistung von um die 2 Prozent voraus. Negativ wirkten sich unter anderem die Hurrikane der vergangenen Wochen aus, sagte Yellen. Auch der Arbeitsmarkt werde sich weiterhin stabil unter der Marke von 5 Prozent Arbeitslosigkeit bewegen.

6 Kommentare

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  • Kommentar von M. Jaeger (jegerlein)
    ...stösst die Anleihen ab.... OK. Und wer kauft sie?
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    1. Antwort von Tim Buesser (TimBue)
      Diejenigen (heute ganz wenigen), die nicht schon selber über alle Ohren verschuldet sind. Da sind die Export-Nationen in Asien, allen voran China.
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  • Kommentar von Andreas Morello (Andreas Morello)
    Bilanz ist ein Begriff aus dem Rechnungswesen. Vereinfacht gesagt ist die Bilanzsumme eine Auflistung über alle Vermögenswerte an einem Stichtag. Ein Beispiel: Bei einem Bäcker könnte in der Bilanz folgendes stehen: Das Grundstück mit dem Haus, der Backofen, sonstige Maschinen (z.B. fürs Teig rühren/kneten), der Verkauftresen, alle Rohstoffe im Lager (z.B. Mehl), ein Lieferwagen und so weiter. Bei Notenbanken sind es Aktien, Obligationen/Anleihen, Bestand an Fremdwährungen, Gold, etc.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    So sarkastisch es klingt, aber Umweltereignisse wie Hurrikane, Bergstürze, Unwetter sind unterm Strich positiv für die Wirtschaft. Siehe Brig 1993. Dort wurden in einer Region mit 20'000 Einwohnern rund 800 Mio. CHF "investiert" (von Versicherungen, Glückskette, Staat). Dank diesen Geldern konnte mancher lokaler Handwerker die damalige Krise unbeschadet überleben. Hätte es nicht Tote gegeben, könnte man von einem Glücksfall sprechen. Auch in New Orleans ist heute vieles besser als vor Katrina!
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