Autohändler trotz vieler Verkäufe nicht zufrieden

Im Juli rollten 30'228 neue Fahrzeuge auf die Strassen in der Schweiz und in Liechtenstein. Das sind fast 10 Prozent mehr als vor einem Jahr – und so viele in einem Juli wie seit 16 Jahren nicht mehr. Und doch sind die Autohändler nicht ganz glücklich.

Neue Mercedes-Autos stehen nebeneinander.

Bildlegende: Die Schweizer Autohändler haben mit sinkenden Margen zu kämpfen. Reuters

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses hat in der Schweiz einen Autoboom ausgelöst. Im Juli wurden 30'228 Neuwagen hierzulande und in Liechtenstein zugelassen. So viele Neuimmatrikulierungen in einem Juli gab es zuletzt vor 16 Jahren. Im Vergleich zum Juli 2014 betrug das Plus 9,6 Prozent, wie der Verband Auto-Schweiz mitteilte.

Wenn man die Autoverkäufe seit Anfang 2015 mit den ersten sieben Monaten im Vorjahr vergleicht, nahmen sie um 8,2 Prozent zu. Zuvor waren die Verkäufe noch zurückgegangen. Andreas Burgener, Direktor der Branchenorganisation Auto-Schweiz, sagte gegenüber Radio SRF, er rechne für das gesamte Jahr 2015 mit über 300'000 neu immatrikulierten Fahrzeugen.

Druck auf die Marge

Der Zuwachs sei dem starken Franken und den «konsequenten Preissenkungen» der Importeure und Händler zuzuschreiben, heisst es bei Auto-Schweiz. Alternative Antriebe stünden mit einem Marktanteil von 4,1 Prozent dieses Jahr höher im Kurs als 2014, als der Anteil noch 3 Prozent betragen habe.

Die Käufer freuen sich über die Eurorabatte. Die Importeure und Händler hingegen beklagen sich über den Druck auf die Marge und den Profit. Die Preise für Neuwagen seien um rund 15 Prozent gesunken, sagt Burgener. Steigende Absatzzahlen seien zwar immer ein Grund zur Freude. «Die Frage ist aber, was unter dem Strich bleibt.»

Das Ende des Euro-Mindestkurses hinterlasse auch in der Automobilbranche Spuren. «Es gilt nun, diese Delle auszubeulen und die tieferen Preise mit einem höheren Volumen aufzufangen», betont der Präsident von Auto-Schweiz.

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    Flurin Maissen