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Wirtschaft Autos sind ein Ladenhüter

Der europäische Automarkt kommt aus der Flaute nicht heraus: Im Juni wurden so wenige Autos verkauft wie seit 17 Jahren nicht mehr. Eine rasche Trendwende ist nicht in Sicht. Doch es gibt auch Lichtblicke: So investieren Autokonzerne vor allem in China und die USA.

Die Bilanz für das erste Halbjahr auf Europas Automarkt sieht düster aus. Die Verkäufe sind erneut gesunken. Nur 6,2 Millionen Autos wurden in der Europäischen Union neu zugelassen – das sind 6,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Grossbritannien entzieht sich Abwärtssog

Im Juni wurden in der Europäischen Union 1,13 Millionen Fahrzeuge verkauft, das waren 5,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Damit fielen die Neuzulassungen nach Angaben des europäischen Herstellerverbands Acea auf den niedrigsten Stand seit 1996.

Vor allem im schuldengeplagten Süden kaufen die Menschen wegen der hohen Arbeitslosigkeit und den düsteren wirtschaftlichen Aussichten kaum neue Fahrzeuge. Als einziger grosser Markt in Europa konnte sich Grossbritannien dem Abwärtssog entziehen – hier stieg der Absatz im Juni um 13,4 Prozent.

Legende:
Neuwagen-Registrierungen in der EU: Die Fahrt bergab wird ein wenig flacher – aber weiter nach unten geht es trotzdem: 2013 wurden so wenige Neuwagen verkauft, wie seit 1996 nicht mehr. acea

Erfreuliche Zahlen aus China und den USA

Ausserhalb Europas verkauften sich Neuwagen in den USA und China allerdings deutlich besser. In den Vereinigten Staaten legten die Verkäufe im ersten Halbjahr um 7,5 Prozent zu, im Reich der Mitte wurden sogar 20,6 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft.

Die Hersteller investierten genau in diesen Wachstumsregionen, erläutert ein Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young: «Neue Produktionsstätten und Entwicklungszentren werden also in China, in den USA oder anderen dynamisch wachsenden Märkten entstehen - nicht aber in Westeuropa. Hier stehen die Zeichen weiter auf Konsolidierung mit Werksschliessungen, Entlassungen und verstärkten Kooperationen.»

In der zweiten Jahreshälfte besteht für die Autokonzerne wenig Hoffnung auf Besserung. «Insgesamt dürfte der westeuropäische Markt im laufenden Jahr um rund fünf Prozent zurückgehen», hakte etwa BMW-Chef Norbert Reithofer das Jahr ab.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Da kann ich nur Lachen. Schaut mal die Autos an von heute, und vorallem wie die gebaut wurden. Es ist eigndlich egal, welcher Hersteller, alle sehen fast gleich aus, und alles ist gemacht, um Fussgänger zu Schützen. Warum bitte soll ich mir ein Neuwagen kaufen, es ist fast alles das gleiche, und kostet hier in der Schweiz einfach viel zu viel. Wer braucht bitte den ganzen Luxusschrott, welcher verbaut ist? Ein Auto ist zum von A nach B zu kommen, und nicht ein Heimkino Luxus Fahrzeug auf Räder.
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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Preise bleiben oben in Europa, besonders in der Schweiz. Also ist hier der Markt nicht so, wie das die neo-liberalen IdeologenInnen des «freien Marktes» propagieren. Preisabsprachen? Ist wohl anzunehmen, nur kümmern sich die Preisüberwacher und Kartellämter nicht drum.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Die Neoliberalen setzen sich wohl dafür ein, dass die Autobahnvignetten nicht aufschlagen, jedoch nicht dass die überteuerten Produkte dem Preisniveau der EU angepasst werden. Man will schliesslich den Staat und nicht die eigenen Compagnons schädigen.
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    2. Antwort von Fabian Müller, Zürich
      Erst wenn alle Schweizer ihre Autos importieren oder bei Direktimporteueren kaufen, werden die Automobilkonzerne erwachen. Nach wie vor sind "schweizer" Autos 20% oder mehr teuerer. Ob viele Garageisten dies überleben? Offizielle Garagen werden wohl immer mehr vom Verkauf auf den Service wechseln müssen.
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