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Versicherungen vs. Klimawandel Axa versichert Kohlekraftwerke nicht mehr

Auf der einen Seite fürchten Versicherungen den Klimawandel, weil die Folgen des Klimawandels für sie teuer werden könnten. Gleichzeitig sind sie auch mitverantwortlich, denn sie verdienen damit viel Geld. Ein grosser Konzern nimmt nun seine Verantwortung wahr.

Legende: Audio «Keine Geschäfte mehr mit der Kohleindustrie» abspielen. Laufzeit 3:57 Minuten.
3:57 min, aus Rendez-vous vom 21.06.2017.

Wer eine Firma hat, will diese versichern, um nicht alles zu verlieren, wenn etwas schief geht. Das gilt auch für die Kohleindustrie. Aber sollten Versicherungen Kohlekraftwerken überhaupt Versicherungsschutz verkaufen? Die Frage drängt sich deshalb auf, weil Kohle der schmutzigste Energieträger überhaupt ist.

«Nein», hat man jüngst in Paris am Hauptsitz der Axa entschieden, einem der grössten Versicherungskonzerne der Welt. Mit Kohle will man nichts mehr am Hut haben. Man habe eine schwarze Liste aufgestellt mit rund 100 Firmen, die ihr Geld mehrheitlich mit Kohle verdienten, sagt Sylvain Vanston, mitverantwortlich für die Strategie der Franzosen.

Man will dem Markt signalisieren, dass man gewillt ist, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen.
Autor: Sylvain VanstonKonzernverantwortlicher Axa

Die Verbrennung von Kohle leistet den grössten Beitrag zum Klimawandel. Die Versicherungen warnen seit 20 Jahren vor den verheerenden Folgen dieses Klimawandels. Denn auch sie leiden darunter. Sie zahlen die Schäden von Dürren, Überflutungen, Geländeverschiebungen.

Rückbesinnung auf Kohle ist schlecht fürs Klima

Kohle hat seit dem AKW-Gau in Fukushima ein Revival erlebt. Weltweit sind über 1000 neue Kohlekraftwerke in Planung oder im Bau.

Der Ausstieg der Axa ist auch politisch motiviert. «Man will dem Markt, den Regulatoren und den Investoren signalisieren, dass man gewillt ist, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen», sagt Sylvain Vanston.

Ganz uneigennützig ist der Ausstieg des französischen Konzerns aus dem Kohlegeschäft nicht. Axa wappnet sich damit gegen das Risiko, dass durch C02 verursachte Schäden eines Tages einklagbar werden, räumt Vanston ein.

Schweizer Versicherer könnten gleich entscheiden

Noch ist Axa alleine mit ihrem ungewöhnlichen Schritt. Katja Nikitenko von Greenpeace Schweiz hofft, dieser Schritt werde auch in der Schweiz kopiert. Denn die Schweizer Versicherer hinkten den Europäern hinterher. Sie könnten mehr tun, fordert die Vertreterin von Greenpeace.

Kohlegeschäfte nicht mehr zu versichern, ist durchaus im Interesse der Versicherungsindustrie.
Autor: Katja NikitenkoVertreterin von Greenpeace Schweiz

Mit dem Versichern der Kohleindustrie seien die Versicherer mitschuldig an Umweltkatastrophen. Versicherer sollten aber nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sein, fordert Nikitenko. Greenpeace klagt, Versicherungen würden schöne Reden schwingen, aber nichts tun. Anders verhalten sich die Banken. UBS und CS gehören zu 24 Instituten, die der Kohleindustrie nur noch eingeschränkt Kredite zur Verfügung stellen.

«Kohlegeschäfte nicht mehr zu versichern, ist durchaus im Interesse der Versicherungsindustrie, sowohl finanziell, ethisch wie auch reputationsmässig», sagt Nikitenko. Auch wenn das Vorpreschen von Axa alleine den Klimawandel nicht stoppt: Ein Signal ist es allemal.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Brenner (Brenner)
    Kohlekraftwerke werden nicht mehr versichert, KKW werden wohl folgen...Wenn das weltweit Schule macht, dann müssen alle diese Stromproduzenten den Betrieb in Kürze einstellen. Woher kommen dann die etwa 50% Stromerzeugung weltweit? Dass mit Windrädli und Solarpaneelen ein Ersatz bereitsteht, ist etwas für Gläubige. Es scheint, dass die Linksgrünen weltweit die Naturgesetze ausser Kraft gesetzt haben - und niemand stellt das in Frage. Das ist schlichtweg Heuchelei.
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    1. Antwort von Daniel Gmür (Daniel Gmür)
      KKW können nicht versichert werden und werden daher nicht versichert. Es werden zwar Versicherungen abgeschlossen, diese decken aber den Schaden bei weitem nicht. (In Fukushima zahlt die Versicherung übrigens nichts, da Schäden durch Erdbeben und Tsunami nicht gedeckt sind). Wir sind die Versicherer. Wir könnenten den Strombedarf mit Erneuerbaren decken. Aber die Politische Rechte blockert seit Jahren grundlagen für eine hohe Planungssicherheit für Erneuerbare Energie.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Und AKWs, werden diese auch nicht mehr versichert? Eine Verseuchung dauert über 20 Tausend Jahre. Keine AKW- Aktien?
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Sogar dort wo man 1945 Atombomben abgeworfen hat, sind heute Millionenstädte (für manche ist 1945 allerdings schon 20'000 Jahre her). In Deutschland hat man mit Windrädern knapp 2.5 mal mehr Lebensraum zerstört, als die Sperrzone rund um Tschernobyl misst. Derweil es in dieser Sperrzone einen Naturpark gibt, gibt es in Deutschen Windparks nur noch die Chemiekeulen gegen Mäuse und Füchse, weil die Raubvögel fehlen (diese Chemie landet im Trinkwasser.....)
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