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Wirtschaft Axpo baut 300 Stellen ab

Die Energiewende hat das Geschäftsmodell der Axpo unrentabel gemacht. Der Stromkonzern der Kantone Zürich, Aargau, St. Gallen, Thurgau und Schaffhausen wird deshalb nicht nur die Investitionen zurückfahren, sondern mit einem Stellenabbau auch seine Kosten senken.

Legende: Video «Stellenabbau bei Axpo» abspielen. Laufzeit 2:59 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 16.06.2014.

Beim Stromanbieter Axpo sollen in den kommenden drei Jahren 300 Stellen gestrichen werden. Welche Stellen abgebaut werden und wann diese genau wegfallen, teilte das Unternehmen nicht mit. Teilweise wird der Stellenabbau über die übliche Personalfluktuation erfolgen können, es kann aber auch zu Entlassungen kommen.

Zurzeit beschäftigt der Konzern rund 4500 Mitarbeiter, die meisten davon im Kanton Aargau. Begründet wird der Abbau mit dem immer schwieriger werdenden Marktumfeld. Um kapitalmarktfähig und rentabel zu bleiben, seien umfassende Kostensenkungen und die Erschliessung neuer Einnahmequellen notwendig, schreibt die Axpo.

Zu viel Strom in Europa

Der Personalabbau steht auch in Zusammenhang mit der neuen Investitionspolitik: Ende letzten Jahres hat der Konzern nach Abschreibungen auf den Kraftwerkspark bekannt gegeben, nur noch mit grosser Zurückhaltung Investitionen zu tätigen. Weil die Handelspreise für Strom eingebrochen sind, sind beispielsweise Investitionen in Pumpspeicherkraftwerke uninteressant geworden.

«Zu schaffen machen der Wasserkraft die billig produzierenden Kohlekraftwerke in Deutschland und Osteuropa, die Gasförderung in den USA und die Marktverzerrungen durch die staatliche Förderung von erneuerbaren Energien», sagte der Axpo-Verwaltungsratspräsident Robert Lombardini kürzlich der «Südostschweiz».

Doch nicht nur im Kraftwerksbau wird weniger Personal benötigt – Einsparpotenzial hat die Axpo-Führung auch in der Administration ausgemacht. Sollte es zu Entlassungen kommen, wird gemäss Axpo ein mit den Arbeitnehmervertretern ausgehandelter Sozialplan zu Anwendung kommen.

Tiefe Preise drücken Gewinn

Die sinkenden Strompreise machen sich in der Buchhaltung des Energiekonzerns deutlich bemerkbar. Die Gesamtleistung sank von rund 4 auf 3,6 Milliarden Franken. Auch beim Gewinn liegt das Ergebnis unter dem Vorjahresniveau. Unter dem Strich resultierte ein um 17 Prozent tieferer Gewinn von 502 Millionen Franken.

Axpo-Chef Andrew Walo wird im Communiqué der Axpo dahingehend zitiert, dass bei den Strompreisen keine Trendwende in Sicht sei. Sprich: Die Margen aus dem Verkauf des Stroms aus den Axpo-Kraftwerken dürften kaum besser werden und damit die angepeilte Neuausrichtung der Axpo mit einer Drosselung der Investitionen und einer Kostensenkung unausweichlich.

Die Axpo hält aber auch Ausschau nach neuen Einnahmequellen – marktbedingt werden diese aber eher bei Dienstleistungen als bei neuen Kraftwerken zu finden sein. In Bereichen mit Wachstumspotenzial und neuen Geschäftsfeldern wird die Axpo daher auch neue Stellen schaffen. Dies könnte etwa im Ausland im Stromhandel oder im Geschäft mit Grosskunden der Fall sein.

9 Kommentare

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  • Kommentar von A. Brunner, Zurich
    Wieder einmal ist nur von kurzfristigem Gewinnstreben durch Personalabbau die Rede ! Wohin gehen die dringend nötigen Kenntnisse und Erfahrungen zum Unterhalt, für Notfälle und fürs Abschalten dieser hochgefährlichen, unverantwortlichen Kurzfrist-Gewinn-Anlagen ohne genügende Versicherung und Langzeitperspektive ? Offenbar sagt nicht einmal ein Bundesamt etwas dazu ? ... Oder getraut sich auch von dort niemand mehr etwas dazu zu sagen ? ... oder nur ein "Pressesprecher" mit schönen Floskeln ?
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  • Kommentar von P Zunger, Basel
    Die 25 Mia€ p.a. Subventionierung von Solar und Wind allein in DE zur unvorhersehbaren Produktion von 3 Mia€ Strom, ca 12% des Gesamtstroms, mit 100% Abnahmegarantie. Die übrigen Stromlieferanten müssen zu einem 1/6 des Preises liefern, und obendrein auch die Versorgung jederzeit sicherstellen, wenn Solar und Wind nichts liefern. Für CH Parlament war DE "Vorbild" für neues KEV gewesen. AXPO Entlassungen ist nur Spitze des wachsenden Eisbergs dieser massiven Fehlentwicklung names Energiewende.
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    1. Antwort von R.Käser, Zürich
      @Zunger, Zur Erinnerung, die Kernenergie wird auch subventioniert. Dies durch tausende Generationen welche nach uns leben, in dem diese auf unseren Müll aufpassen. Würden Sie gerne 50% Steuern bezahlen für Abfall der zur Zeit der alten Ägypter entstanden ist? Als Axpo Angestellter hätte ich mir schon lange eine Arbeit bei zukunftsgerichteten Energiehersteller gesucht. Ein Angestellter sollte auch reagieren wenn er merkt, dass seine Firma auf dem Holzweg ist.
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Privatisierung at its best. Gewinne sofort einheimsen, bei schlechter laufenden Geschäften laut wehklagen und PErsonal entlassen, um sich die Gewinnpfründe wieder zu sichern. Es widert mich an. Infrastruktur/Energie muss zu 100% in staatlicher Hand bleiben.
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