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Wirtschaft Axpo macht Verlust wegen Glarner Pumpspeicherwerk

Das Energieunternehmen hat zwei Milliarden Franken in das grösste Pumpspeicherwerk der Schweiz investiert. Bisher hat sich das nicht rentiert.

Legende: Video «Axpo muss abschreiben» abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.09.2016.

Das Energie-Unternehmen Axpo wertet das Pumpspeicherwerk Linth-Limmern um 540 Millionen Franken ab. Der Grund: Bei den gegenwärtigen Strompreisen könne das Pumpspeicherwerk nicht rentabel betrieben werden. Hinzu kämen Abschreibungen auf weiteren Wasser- und Atomkraftwerken. Das schreibt Axpo in einer Mitteilung.

Das Werk Linth-Limmern im Kanton Glarus geht bis Ende Jahr nach und nach in Betrieb. Ab Mitte 2017 sollen dann alle vier Turbinen des Kraftwerks laufen. Die Kosten belaufen sich auf rund zwei Milliarden Franken.

Die Axpo geht aber davon aus, dass das Pumpspeicherwerk in Zukunft rentabel laufen wird. Das Unternehmen glaubt an eine wichtige Rolle des Werkes im Zuge der Energiewende.

Die Staumauer des PSW Limmern im glarnerischen Linthal GL wurde im September eingeweiht. Axpo hat zusammen mit dem Kanton Glarus 2,1 Milliarden Franken in die Anlage investiert. Die Wertberichtigung auf dem Jahrhundertwerk ist die grösste im ganzen Kraftwerkpark.

Marge nicht erreichbar

Die Profitabilität des PSW Limmern hänge stark von der Preisdifferenz zwischen Grundlaststrom und Spitzenstrom ab, welcher bei Verbrauchsspitzen oder zum Ausregeln von Netzschwankungen gebraucht werde, schreibt Axpo. Diese Marge sei für einen rentablen Betrieb nicht ausreichend.

Die Axpo rechne nicht damit, dass sich das mittelfristig ändern werde. Langfristig erwarte Axpo aber, dass die Profitabilität angesichts des Trends zu zunehmend unregelmässig anfallender Energieproduktion gesteigert werden könne.

23 Kommentare

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  • Kommentar von Otto Murbach (OttoMurbach)
    Unter einer wirklich effizienten Energiestrategie (betreffend el. Energie) verstehe ich, dass bei einem Notfall die ganze Schweiz im Netzbetrieb den ganzen Bedarf an elektrischer Energie, zeitlich unbeschränkt, abdecken kann.
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
    Ist doch logisch in 4 Jahren abgeschrieben , danach haben wir billigen Strom der dann ins Ausland verkauft wird , die Schweizerinnen bezahlen noch so gerne den Abschreiber, das Werk steht ja auf Schweizergebiet. Noch andere Beispiele gefällig ?
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Unterschiedliche Stromerzeugungen bedeutet unterschiedliche Produktionskosten.Mischen sich Subventionierungen in dieses Gefuege, so ergeben sich zwangläufig auch noch mehr Verzerrungen bei den Preisgestaltungen. Energie bzw.Strom ist zu wichtig, als dass man es einfach nur der freien Marktwirtschaft alleine überlassen könnte. Es bedarf einer klaren und durchsetzbaren Regulierung durch den Staat bzw. der Oeffentlichkeit,die das dann logischerweise auch mittragen muss. Die EU tut das genau nicht!
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