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Wirtschaft Axpo schreibt fast eine Milliarde ab

Minus 990 Millionen Franken. So die düstere Jahresbilanz des Schweizer Stromkonzerns. Verantwortlich seien insbesondere die tiefen Grosshandelspreise für Strom sowie der tiefe Eurokurs.

Legende: Video Hoher Verlust bei der Axpo abspielen. Laufzeit 1:22 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.12.2015.

Die Axpo hat im Geschäftsjahr 2014/15 einen noch höheren Verlust als im Vorjahr erlitten. Bereits Mitte September hatte der Energieversorger für das abgelaufene Geschäftsjahr Einbussen in Milliardenhöhe angekündigt.

Tiefer Euro-Kurs als Hemmschuh

Die notwendig gewordenen Wertberichtigungen und Rückstellungen auf den Kraftwerkspark und bei Energiebezugsverträgen beliefen sich auf 1,3 Milliarden Franken, teilt das Unternehmen mit. Der grösste Teil sei unmittelbar auf den währungsbedingten Umsatzrückgang zurückzuführen.

Damit resultierte im Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis (Ebit) von minus 929 Millionen Franken (minus 838 Millionen im Vorjahr). Auf Stufe Unternehmensergebnis führten «Sondereinflüsse» zu einem Verlust von 990 Millionen Franken (minus 730 Millionen). Die Gesamtleistung des Konzerns sank im Berichtsjahr um 13 Prozent auf 5,9 Milliarden Franken.

Ein weiterer Strompreisrückgang sei nicht auszuschliessen

Axpo geht davon aus, dass das tiefe Strompreisniveau auch in den nächsten Jahren anhalten werde. Selbst ein weiterer Preisrückgang sei nicht auszuschliessen, heisst es. Oberstes strategisches Ziel von Axpo bleibt angesichts des «herausfordernden Marktumfelds» daher weiterhin «die nachhaltige Sicherung der Liquidität und Kapitalmarktfähigkeit sowie die Steigerung der Rentabilität».

Der Konzern will sein grosses Portfolio besser gegen Risiken schützen: Einerseits soll der Kraftwerkparks verkleinert werden und andererseits Ertragsquellen aufgebaut, die nicht dem Strompreis-Risiko ausgesetzt sind.

Konzern nimmt sich Flexibilität vor

Zudem sollen durch «flexiblere, effizientere Strukturen» ab dem Geschäftsjahr 2016/17 konzernübergreifend jährlich wiederkehrend 200 Millionen Franken eingespart werden.

Im Geschäftsjahr 2014/15 seien im Rahmen des Ergebnisverbesserungsprogramms Einsparungen in Höhe von 91 Millionen Franken realisiert worden, heisst es. Damit seien die angepeilten Meilensteine im abgelaufenen Jahr erreicht worden.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Die Axpo setzt stillschweigend auf die Solidarität der Bevölkerung und die Kraft ihrer Lobby. Das ist seit Jahrzehnten planmässig der Fall und hat es mit sich gebracht, auf das ursprünglich vereinbarte Abschaltdatum hin zu handeln. Nach diesem Muster verfahren mindestens europaweit alle Energieproduzenten mit KKW im Portefeuille; die Axpo zeigt erst die Spitze des Eisbergs.
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Korrektur: "..auf das ursprünglich vereinbarte Abschaltdatum hin NICHT zu handeln"
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  • Kommentar von Peter Brenner (Brenner)
    Soziologen und Psychologen sind gefragte Interviewpartner für die Medien – als Energieexperten. Im Departement Leuthard haben anscheinend auch solche Leute das Sagen. Dieser Equipe ist es innert vier Jahren gelungen, mit der Energiewende die einheimische Stromproduktion ökonomisch an die Wand zu fahren. Unsere Kernkraftwerke werden als „Schrottreaktoren“ von Leuten bezeichnet, die nicht einmal den Unterschied zwischen Stahl und Eisen kennen – aber sich für Experten in Reaktorsicherheit halten.
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  • Kommentar von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
    Wer nicht mit der Zeit geht bleibt zurück! Unter Frau Merkel wurden in Deutschland 1 Million Häuser mit erneuerbaren Energien ausgerüstet und damit 370000 Stellen geschaffen. Und bei uns gibts eine Milliarde Minus dank den Lobbisten der zurückgebliebenen Stromkonzerne!! Wollen wir Verlierer oder Gewinner der Energierevolution sein? Diese findet statt, egal ob die SVP darüber abstimmen will!!!
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