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Tiefstand bei Lehrlingen Bäckereien kämpfen mit Nachwuchsproblemen

Immer weniger Jugendliche zieht es in die Backstuben. Ein Grund: Grossbetriebe bilden weniger Lehrlinge aus. Die Berufsverbände schlagen Alarm.

Junge Bäcker kreieren einen riesigen Spitzbueb.
Legende: Auch die Arbeitszeiten im Bäckereigewerbe gelten bei Jugendlichen als nicht sonderlich attraktiv. Keystone

Grittibänze und Weihnachtsguetzli werden gerne verspiesen, doch immer weniger wollen sie backen: Erstmals ist die Zahl der Lehrlinge als Bäcker, Konditor oder Confiseur auf unter 1000 gesunken.

995 Jugendliche haben 2016 eine Lehre in Produktion oder Detailhandel begonnen, wie der Verband der Schweizer Bäcker-Confiseure (SBC) schreibt. Im Jahr 2013 gab es noch 1313 Lernende.

Unattraktive Arbeitszeiten

Die Gründe, weshalb das edle Handwerk mit sinkender Beliebtheit kämpft, sind vielfältig: Die Jungen seien heute weniger belastbar, monieren mehrere Kantonalverbände. Viele seien zwar motiviert, jedoch fehle die Bereitschaft an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten.

Ein weiteres Problem ist gemäss den Kantonalverbänden die zunehmende «Filialisierung»: es gibt immer weniger produzierende Betriebe und somit auch weniger Lehrstellen.

Doch auch dort, wo noch gebacken wird, werden immer weniger Lehrlinge ausgebildet. Viele Betriebe seien mit den diversen Auflagen nicht mehr einverstanden, so der SBC.

Unterstützung für Jungbäcker

Der Kantonalverband Neuenburg fordert vom SBC eine bessere Unterstützung für junge Berufsleute, die einen Betrieb eröffnen möchten. Wenn man nichts unternehme, werde es nur noch die Grossunternehmen geben. Und diese würden nur sehr wenige Lernende ausbilden.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
    Zählt man die "Likes" zu diesem Kommentar und vergleicht es mit anderen Kommentaren, dann kommt man wohl zum Schluss, dass Bäckereien nicht mehr wichtig sind, resp. nur für wenige Leute. Die Mehrheit bevorzugt die Bequemlichkeit alles an einem Ort, Tankstelle, Detailhändler, "änet" der Grenze, einkaufen zu können. Doch der Bäcker lebt von den Menschen, welche bei Ihm einkaufen. Schade, aber Realität.
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Bin selbst Handwerker alter Schule.Ich hoffe,dass auch in Zukunft noch frisches Brot und Backwaren beim Dorfbäcker erhältlich sind.Die ewig gleich schmeckenden Aufbackweggli und Brote hängen mir zum Hals heraus.Frisches Brot vom Beck ist ein erschwinglicher Luxus und darf auch seinen Preis haben.
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  • Kommentar von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
    Als CH Bäcker- Konditor kann man die Welt bereisen und findet überall Arbeit, auch auf Schiffen. Schwieriger ist es selbständig zu werden. Da reicht es nicht mit Tel. PC und Auto. Für eine neue Backstubeneinrichtung und eine Ladeneinrichtung ist 1 Million knapp gerechnet. Wer dieses Geld hat, investiert es wohl eher in einer Branche mit weniger Aufwand.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Sie beschreiben ein Kernproblem der heutigen Gesellschaft. Zugespitzt kann man sagen: Mit Arbeit, kann man nicht mehr "reich" werden, sondern nur noch mit "Maus-Klicks". Und genau das sollte so nicht sein, ist es aber zunehmend.
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    2. Antwort von Joel Busch (Joel)
      Herr Haller, was soll das heissen? Wollen Sie aller Arbeit die am Computer stattfindet die Legitimität absprechen?
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