Banken rechnen mit Ende des Bankgeheimnisses auch im Inland

Der automatische Informationsaustausch dürfte schon bald auch inländische Bankkunden betreffen. Davon ist die Mehrheit der Schweizer Banken überzeugt.

Blick auf den Paradeplatz in Zürich mit UBS- und CS-Gebäude.

Bildlegende: Der Informationsaustausch im Inland dürfte erst nach dessen Einführung im Ausland kommen. Keystone

Der automatische Informationsaustausch zwischen Banken und Steuerbehörden betrifft hiesige Bankkunden noch nicht. Dies dürfte sich in den nächsten Jahren aber ändern. Die Mehrheit der Schweizer Banken rechnet mit einer Ausweitung auch auf inländische Kunden. Dies zeigt die Umfrage «Bankenbarometer 2015» des Beratungsunternehmens Ernst & Young.

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Bankenbarometer EY

0:44 min, aus Tagesschau am Mittag vom 8.1.2015

Zwar dürfte der automatische Informationsaustausch im Inland erst nach dessen Einführung im Ausland kommen, heisst es im Bankenbarometer. «Dennoch kann sich die Schweiz den internationalen Entwicklungen nicht entziehen», sagt Patrick Schwaller von Ernest & Young.

Bisher kaum Geldabflüsse

Der geplante automatische Informationsaustausch für ausländische Bankkunden in der Schweiz hatte bisher kaum negative Auswirkungen für die befragten Banken: 69% der Finanzinstitute geben an, im letzten Jahr keine bedeutenden Nettoabflüsse von Kundengeldern erlebt zu haben. Insbesondere bei den kleinen Banken haben geknacktes Bankgeheimnis, Steuertransparenz und automatischer Informationsaustausch noch kaum Spuren hinterlassen. Nicht berücksichtigt sind in der Umfrage allerdings die beiden Grossbanken CS und UBS.

Allerdings habe der Transformationsprozess eben erst begonnen, warnt Bruno Patusi von Ernest & Young. In den nächsten Jahren sei noch mit erheblichen Abflüssen von Kundengeldern zu rechnen.