Barclays streicht nach Milliardenverlust tausende Jobs

Die britische Grossbank Barclays streicht dieses Jahr mindestens 3700 Stellen. Sie begründet dies mit dem Verlust von über einer Milliarde Pfund im letzten Jahr. Auch der Skandal um manipulierte Zinsen hat Spuren in der Bilanz hinterlassen.

Barclays machte im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,04 Mrd. Pfund Verlust. Das gab Vorstandschef Antony Jenkins am Dienstag in London bekannt. Ein Jahr zuvor hatte die britische Grossbank noch drei Milliarden Pfund Gewinn gemacht.

Jenkins kündigte an, Barclays werde mindestens 1800 Stellen in der Investmentsparte streichen und 1900 weitere im Privatkundengeschäft in Europa. Gleichzeitig werde der Bonuspool für 2012 um 16 Prozent nach unten gefahren.

Chefwechsel nach Libor-Skandal

Barclays hat seit August 2012 eine neue Führung. Die frühere Spitze war nach Bekanntwerden des Skandals um manipulierte Interbanken-Zinsen zurückgetreten. Mitarbeiter von Barclays und weiterer Finanzinstitute – unter ihnen auch die grösste Schweizer Bank, die UBS – sollen zwischen 2005 und 2009 Referenzzinssätze, zu denen sich die Banken untereinander Geld leihen, unerlaubt beeinflusst haben.

Barclays zahlte umgerechnet rund 360 Mio. Euro, um die Ermittlungen gegen sie zu beenden. Die UBS musste 1,16 Mrd. Euro Geldstrafe zahlen.

Ferner wird derzeit untersucht, ob es bei der Rettung der Bank Barclays mit ihren weltweit rund 140'000 Beschäftigten in der Finanzkrise 2008 durch einen Staatsfonds aus Katar mit rechten Dingen zu- und hergegangen ist.