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Wirtschaft Bergbahnen zum Investieren verdammt

Dem vielen Schnee zum Jahreswechsel zum Trotz: Für die Schweizer Bergbahnen wird das Geschäft immer härter. Mit millionenschweren Investitionen versuchen die Betreiber, ihre Kunden bei Laune zu halten. Doch nicht alle können sich das leisten.

Legende:
Zahl der Schweizer Seilbahnunternehmen 1981-2010 SBS, BAV, IKSS

Der Befund des Dachverbandes Seilbahnen im Frühling 2013 war ernüchternd: In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Skifahrer und Snowboarder deutlich zurückgegangen. Ausgerechnet das jüngere Kundensegment bis zum Alter von 39 Jahren schmilzt, während der Anteil der älteren Wintersportler steigt.

Neue Bahnen eher die Ausnahme

Dabei investieren viele Bergbahnen seit Jahren kräftig, um für Skifahrer attraktiv zu bleiben. Am meisten Geld geben die Bahnen dabei für die Optimierung der Anlagen aus, die Erhöhung des Komforts sowie für die Pistenbeschneiung. In der Saison 2013/14 waren es schweizweit 400 Millionen Franken – allein im Kanton Graubünden beliefen sich die Investitionen auf 100 Millionen.

Legende: Video Shaqiri soll Secondos auf die Piste bringen abspielen. Laufzeit 4:07 Minuten.
Aus 10vor10 vom 27.12.2013.

Hier schlug vor allem die neue Skiverbindung zwischen den Destinationen Arosa und Lenzerheide, die neue Urdenbahn, heftig ins Kontor. 37 Millionen Franken kostete die Bahn, neue Zubringerbahnen inklusive. Mitte Januar soll die Urdenbahn eröffnet werden und die zwei bekannten Skiorte verbinden.

Lenzerheide und Arosa wachsen zusammen

«Wir passen uns den europäischen Marktgegebenheiten an», sagt Christoph Suenderhauf, Verwaltungsratspräsident der Lenzerheide Bergbahnen. Grösse sei ein entscheidendes Kriterium im Wettbewerb. Nur grössere Bahnen können investieren und den Gästen auch bei wenig Schnee Wintersporterlebnisse bieten.

Und nur grössere und mithin finanzstärkere Bahnen können neue Gäste ausserhalb der traditionellen Märkte Schweiz und Deutschland in ihr Skigebiet locken. Das weiss auch der Chef der grössten Bündner Bergbahn, der Laaxer Reto Gurtner.

Er hat ein mehrjähriges und millionenschweres Investitionsprogramm am Laufen. Gurtner sieht die Urdenbahn aber nicht als neue Konkurrenz für sein Gebiet: «Wir haben ein anderes Produkt und sind konsequent auf die Freestyler ausgerichtet», sagt der Weisse-Arena-Chef.

Schneesport auch für Betreiber teuer

Generell fehlen dem Kanton Graubünden immer mehr die Skifahrer. In den letzten 20 Jahren verlor man fast zwei Millionen Logiernächte, wie die Statistik des kantonalen Amtes für Wirtschaft und Tourismus zeigt. Parallel dazu verdienen die Bergbahnen jedes Jahr weniger Geld.

Legende:
Entwicklung der Skitage 2008-2012 in Mio. (Wintersaison) SBS 2012, BFS

2010 beliefen sich die Verkehrserträge in Graubünden auf total 260 Millionen Franken, letztes Jahr waren es nur noch knapp 230 Millionen. So wird es schwierig, die Mittel für nötige Investitionen zu erwirtschaften.

Kluft zwischen gross und klein immer breiter

Vor allem die mittleren und kleinen Bündner Bergbahnen können dem Trend zu mehr Grösse nur schwer folgen. Mittlere Bahnen verdienen gerade genug Geld zum Überleben. Kleine Bahnen kämpfen ums nackte Überleben, wie Silvio Schmid, Präsident des Verbandes Bergbahnen Graubünden, sagt.

In San Bernardino kann der grösste Teil der Anlagen diesen Winter wie schon im letzten erst gar nicht in Betrieb genommen werden. Doch einfach abstellen ist nur selten eine Alternative. Denn an den Bergbahnunternehmen in kleineren Orten hängt oft der ganze Tourismus. Und darum schiessen Gemeinden immer wieder Geld ein oder kaufen Aktien, um Pleiten zu verhindern.

7 Kommentare

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  • Kommentar von S. Sachser, Basel
    Machen wir mal die Rechnung für eine Einzelperson mit Halbtax 2 Tage über die Saison in Flums ich fahr ja sehr gerne Ski aber: Hotel: 120.- Bergbahn: 104.- Verpflegung im Skigebiet: 50.- SBB Hin und zurück: 60.- Total: 334.- Mit einem Lohn von rund 4000 im monat kann ich mir dies einfach nicht leiseten. Snüf!
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    1. Antwort von B. Küng, Seeland
      Skifahren kann sehr ungesund sein, wie der Fall Michael Schumacher beweist. Seien Sie also nicht allzu traurig.
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  • Kommentar von Danilo Espagnol, Winterthur
    Skifahren ist extrem teuer. Ganz zu schweigen als Familie. Wenn man mal alles rechnet was eine Woche Skiferien so kostet (Hotel oder Wohnung / Skikleidung / Skis / Skibillet) dann wird schnell klar, dass man sich das nicht einfach so leisten kann.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Eine vernünftige Investitionshilfe durch den Bund, statt Milliardenbeträge ins Ausland (IWF, Kohäsion, Entwicklungshilfe etc.) zu schleudern.
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    1. Antwort von Danilo Espagnol, Winterthur
      Dann aber bitte die Bevorteilung der lokalen Bevölkerung sofort abschaffen. Mich nimmt schon lange wunder, wie die Berggebiete es rechtfertigen, dass die Bewohner aus der Gegend Skibillete zum halben Preis (oder noch weniger) bekommen und ein Unterländer nicht. Diverse Institutionen sind im Kanton ZH auch mit Steurgeldern subventioniert, habe aber als Zürcher keine Reduktion beim Eintritt.
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    2. Antwort von B. Küng, Seeland
      Die Bergbahnen sollen von jenen finanziert werden, die sie benutzen. Ich benutze nie im Leben ein Bergbahn und bin deshalb nicht bereit, diese mit meinen Steuergeldern zu finanzieren.
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    3. Antwort von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
      Klar, lieber x-Millionen in ein immer dekadenteres Vergnügen buttern, als andere Länder im Kampf gegen Hunger und Elend zu unterstützen. Leider denken viele wie Frau Zelger, aber Gottseidank nicht alle. Wenn man allerdings sieht, welche Massen sicht jeden Winter in die Berge ergiessen, kommt einen das Gerede von "Krise" recht komisch vor. Und wenn dann unsere Alpen unter dem Zirkus immer mehr leiden, sind am Schluss wieder die Zuwanderer Schuld – kennt man doch alles schon.
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