Bienensterben: EU-Kommission erwägt Insektizid-Verbot

Syngenta kommt unter Druck: Die EU will Pflanzenschutzmittel des Schweizer Agrokonzerns aus dem Verkehr ziehen. Der Hersteller stellt sich aber quer.

Imker mit Bienenwabe.

Bildlegende: Die EU identifiziert Pflanzenschutzmittel als mögliche Ursache für das Bienensterben. Keystone

Die EU-Kommission will bedrohte Honigbienen mit einem Verbot bestimmter Pflanzenschutzmittel schützen. Für mindestens zwei Jahre soll auf den Einsatz der Neonicotinoid-Pestizide bei Sonnenblumen, Raps, Mais und Baumwolle verzichtet werden.

Betroffen von der Massnahme sind die Insektizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam von Bayer und des Schweizer Agrochemie-Konzerns Syngenta.

Peter Neumann, Bienenexperte der Uni Bern, begrüsst das Vorgehen der EU-Kommission. Zwar seien die Neonicotinoide nicht direkt für das Massensterben verantwortlich, sie hätten aber einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Bienen. Zudem könnten die Insektizide die Anfälligkeit auf Krankheiten bei Honigbienen erhöhen. 

Syngenta dementiert

Beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) gibt man sich zurückhaltend. Ein Verbot müsste die Schweiz nicht zwingend nachvollziehen, so Jürg Jordi vom BLW.

Syngenta warnte vor einigen Tagen in einem Inserat in «Le Monde» vor einem voreiligen Verbot. Nicht die Neonicotinoide seien die Ursache für das Massensterben, sondern die Varroa-Milbe. Der Verzicht führe zu Ertragseinbussen der Bauern. Zudem hätte das Verbot massive Folgen für die Arbeitsplätze bei Syngenta.

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