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Bilder des Prunks Erb-Residenz soll für 35 Millionen verkauft werden

Für die ehemalige Residenz des verstorbenen Unternehmers Rolf Erb, wird ein Käufer gesucht – Jahre nach dem Konkurs.

Legende: Video Schloss Eugensberg wird veräussert abspielen. Laufzeit 7:39 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 12.04.2018.

Dass die ehemalige Residenz der Familie Erb nun verkauft wird – mehr als 14 Jahre nach dem Konkurs des Konzerns – ist für die Gläubiger eine Erleichterung. Das Unternehmen, das vor seinem Zusammenbruch 2003 einen Umsatz von 4,5 Milliarden Franken erwirtschaftete und rund 5000 Mitarbeiter beschäftigte, hinterliess unbeglichene Schulden in Milliardenhöhe, verteilt auf Banken, Private und – aufgrund von Steuerschulden – den Kanton Zürich.

Diese werden wohl nicht getilgt werden. Immerhin verspricht man sich von der Veräusserung der gesamten Konkursmasse einen Erlös von 70 Millionen Franken. Dazu zählen unter anderem eine Oldtimersammlung, die schon versteigert wurde und mehrere Immobilien.

Das Herzstück bildet Schloss Eugensberg, ein Anwesen im thurgauischen Salenstein, mit dessen Verkauf die Maklerfirma Ginestra beauftragt wurde. Zu haben ist die 81 Hektare grosse Anlage mit Schloss, Bauernhof und Bauland für 35 Millionen Franken; das Schloss allein kostet 25 Millionen. Laut Makler könne es bis zu zwei Jahre dauern, bis man einen passenden Käufer gefunden habe.

Der Konkurs des Erb-Unternehmens ist nach dem der Swissair der zweitgrösste in der Geschichte der Schweiz. Der Zürcher Unternehmer führte einen Konzern mit vier Holdings und über 80 Unternehmen und war damit im Auto- und Kaffeehandel, im Finanz- und Immobiliengeschäft und in der Baubranche tätig.

Prozess zieht sich Jahre hin

Der Prozess gegen Rolf Erb folgte im Jahr 2012. Ihm wurde Betrug, Gläubigerschädigung und Urkundenfälschung vorgeworfen. Erb stritt ab, je etwas von den geschönten Finanzen gewusst zu haben und zog ein erstes Urteil ans Obergericht und schliesslich ans Bundesgericht weiter. Dieses verurteilte ihn 2017 schliesslich zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren.

Kurz vor Antritt der Strafe starb Rolf Erb jedoch 65-jährig. Am 7.April 2017 erlag er einem Herzversagen. Dadurch dass er sich lebenslanges Wohnrecht gesichert hatte, konnte er bis dahin in Schloss Eugensberg bleiben. Seine Familie musste im August darauf die Residenz verlassen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Aus meiner Sicht ist Erb umgebracht worden. Und zwar durch die langweilige und ungerechte Justiz! Was er durchgemacht hat, kann keiner aushalten. Jetzt tut man so, als ob es sich hier wirklich um einen "Kriminellen" gehandelt hatte. Wenn es um Umweltgifte geht, dann müsste noch mancher hinter Gitter gebracht werden. Da Erb aber nicht im Bösen gehandelt hatte, sondern mit seinen Fabriken sehr viel Arbeitsplätze gebracht hat, sollte man schon etwas respektvoller über ihn und seine Familie sprechen
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  • Kommentar von Toni Koller (Tonik)
    Unglaublich, was für protzige Bonzenpaläste es offenbar auch hierzulande gibt. Man sollte solche Besitztümer schlicht enteignen und sie dem Gemeinwesen (dem normal verdienenden steuerzahlenden Volk) übergeben.
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    1. Antwort von Urs Ziegler (Urs Ziegler)
      Enteignung? Auf welcher Rechtsgrundlage denn? Das wäre reine Willkür und wo die hinführt, können Sie überall auf der Welt sehen, nämlich in die Diktaktur. Zum Glück ist die Schweiz ein Rechtsstaat in dem genau solche Enteignungen nicht stattfinden. Natürlich ist der Reichtum ungleich verteilt, es liegt aber an uns, über rechtstaatliche Mittel z. B. über Steuern einen Ausgleich zu schaffen.
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Der Kauf ist das Eine, aber der Unterhalt ist das Andere! Wer kann sich so etwas leisten? Beispiel die zig Schlösser, welche in Frankreich einen potenten Käufer suchen!
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