Billiger Strom kommt noch nicht beim Konsumenten an

Konsumenten könnten jetzt vom billigen Strom profitieren. Voraussetzung wäre, dass ihr Anbieter den Preisvorteil an sie weiterleitet. Das machen die meisten aber nicht – mit wenigen Ausnahmen.

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Tiefere Stromkosten erst ab 2018

1:11 min, aus Tagesschau am Mittag vom 13.8.2015

Die Strompreise sind im Keller – nur spüren die meisten Konsumenten nichts davon. Grund dafür ist die Regulierung des Strommarkts für Privat-Haushalte: Kunden können ihren Anbieter nicht frei wählen und hängen deshalb vom Wohlwollen ihres Versorgers ab. Diese passen die Preise aufgrund des fehlenden Wettbewerbs nicht an.

Einzelne Stromanbieter wie zum Beispiel die AEW Energie im Kanton Aargau leiten die tiefen Strompreise an ihre Kunden weiter. Im Schnitt sinken die Kosten für die Kunden der AEW im nächsten Jahr um 22 Franken oder um rund 2,5 Prozent. Dieser Preis versteht sich inklusive aller Gebühren, die inzwischen den Grossteil der Strom-Energiekosten ausmachen.

Aufhebung des Euro-Mindestkurses drückt Strompreise

Wie der Leiter Geschäftsbereich Energie AEW erklärt, senkt das Unternehmen nicht erst seit diesem Jahr die Preise: «Wir haben letztes Jahr bereits die Energiepreiskomponente um zehn Prozent senken können.» Mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses seien die Preise an der Strom-Börse nochmals gesunken, sagt Marc Ritter weiter.

Allerdings dürfte es mit dem Preisrutsch fürs erste vorbei sein: «Wir sind bereits auf einem sehr tiefen Strompreisniveau an der Strombörse.» Viel tiefer könnten die Preise nicht mehr sinken, sonst wäre es für die Kraftwerke in Europa nicht mehr rentabel, so Ritter.

Mehr Flexibilität ab 2018

Für all diejenigen, die noch nicht in den Genuss von tiefen Strompreisen kommen: Mehr Flexibilität für private Stromkunden gibt es in der Schweiz ab 2018. Dann soll nämlich auch der Strommarkt für die Konsumenten liberalisiert werden.