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Wirtschaft BKW-Chefin schliesst Frauenquote nicht mehr aus

Lange hatte sich Suzanne Thoma gegen das Konzept einer Quote für Frauen in Führungspositionen gewehrt. Inzwischen lehnt sie diese nicht mehr kategorisch ab.

Legende: Video «BKW-Chefin Suzanne Thoma zur Frauenquote» abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Vom 13.05.2013.

Noch vor zwei Monaten sagte Suzanne Thoma in einem Interview: «Als liberal gesinnte Person kann ich nicht für Quoten sein.» Gegenüber dem Wirtschaftsmagazin «ECO» deutet die neue BKW-Chefin an, dass dieser Standpunkt nicht unumstösslich ist: «Es könnte sein, dass ich irgendwann einmal zum Schluss komme: Okay, es nützt alles nichts, man braucht eine Quote. Das ist denkbar, ja.»

«Männlich dominierte Unternehmenskultur einfach nicht so gut»

Eigentlich sei sie für Chancengleichheit, so Thoma, und eine Quote wäre das Gegenteil davon. Suzanne Thoma verstehe aber nicht, weshalb man nicht merke, dass es eine Chance sei, Frauen vermehrt in Führungspositionen zu holen.

«Unsere Kunden sind ja auch Männer und Frauen. Unsere Ansprechpartner in den Behörden, in der Bevölkerung, das sind Männer und Frauen. Wenn wir eine rein männlich dominierte Unternehmenskultur haben, sind wir einfach nicht so gut», so die 51jährige am Rande ihres Manager-Anlasses, an dem Frauen ein seltener Anblick sind.

Eine Frauenquote könnte aber für Suzanne Thoma nur eine Übergangslösung sein. Denn der Quotenansatz habe für Frauen nicht nur Vorteile: «Der Vorwurf würde im Raum stehen, dass eine Frau nur wegen der Quote eine Position bekommen hat. Der Vorwurf, dass ein Mann seine Position bekommen hat, weil er ein Mann ist, und sie als Frau nie bekommen hätte, steht ja nie im Raum.»

BKW-Kader: 1 Frau auf 15 Männer

Auch wenn Suzanne Thoma erst gerade eine weitere Frau in die BKW-Geschäftsleitung geholt hat: Den Frauenanteil im Kader der BKW hält sie für viel zu klein. Es gäbe zwar im Moment eine «wahnsinnige Wachstumsrate», «aber eben von ganz tiefem Niveau aus.» Von 76 Kadermitgliedern sind 5 Frauen. Das entspricht einem Anteil von unter 7 Prozent.

5 Kommentare

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  • Kommentar von D. Frey, Wohlen
    Ein wichtiger Grund, warum Kaderfrauen untervertreten sind, liegt auch in der Tatsache, dass in den anspruchsvollen Ingenieurwissenschaften und Naturwissenschaften an den Hochschulen die Frauen in der Schweiz leider krass untervertreten sind. Wir brauchen in Führungsetagen nicht mehr Ökonomen und Juristen (hoher Frauenanteil an Hochschulen!), sondern vermehrt Leute mit auch technisch fundiertem Wissen! Solcherart qualifizierte Frauen sind selten in der Schweiz. Also: Falscher Ansatz!
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  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    Ich wundere mich bei all den Diskussionen warum niemand zu realisieren scheint, dass solche Dinge vielleicht noch etwas mehr Zeit benötigen könnten? Was ist denn das Durchschnittsalter der Leute in Führungspositionen? 40-50? Oder sogar höher? Diese Leute sind geboren irgendwo zwischen 1950 und 1970...kommen also immernoch aus einer völlig anderen Zeit. Gebt der Entwicklung mehr Zeit: Drückt man zu stark provoziert man nur Gegenbewegungen...
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    1. Antwort von Hans Knecht, Tornby
      Ein guter Einwand. Es gibt gesellschaftliche Veränderungen, die innert einem Jahr vonstatten gehen. Andere brauchen eine Generation, manche drei und wiederum andere zehn Generationen.
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  • Kommentar von Michael Hunziker, 4456 Tenniken
    "Männlich dominierte Unternehmenskultur einfach nicht so gut".... Ob männlich oder weiblich ist sekundär für den Erfolg eines Unternehmens. Es gibt tatsächlich viele UnternehmER, die ihren Laden zu Schrott haben verkommen lassen und es gibt nicht wenige UnternehmerINNEN, welche die Fehler der Männer kopieren. Über Letzteres zu reden ist zur Zeit einfach nicht so chic!
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