Blackrock, die (un)heimliche Macht

Es ist der weltgrösste Vermögensverwalter. Gleichzeitig beeinflusst Blackrock die Politik ganzer Regierungen. «ECO» hat Gründer Larry Fink getroffen – und seinen hierzulande bekanntesten Mitarbeiter: Ex-Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand.

Larry Fink und Philipp Hildebrand

Bildlegende: Gründer und CEO Larry Fink akquirierte Philipp Hildebrand vergangenen Sommer für Blackrock. SRF

Die US-Firma ist so gewichtig, wie ihr Name klingt. Mit 3900 Mrd. Dollar verwaltet Blackrock mehr Vermögen als UBS und Credit Suisse zusammen – und mehr als jeder andere Vermögensverwalter weltweit. Blackrock bewegt die internationalen Finanzmärkte.

Der gewaltige Einfluss von Blackrock zeigt sich auch in seinem anderen Geschäftsbereich: dem Risiko-Management. Nach dem Platzen der Immobilienblase in den USA und der Finanz- und Schuldenkrise hat sich das Unternehmen von Gründer Larry Fink einen Namen als «Trouble Shooter» gemacht.

«Wir haben ein System zur Risikoanalyse entwickelt, und als die Krise kam, suchten viele Regierungen unseren Rat», beschreibt Larry Fink den Aufstieg seines Unternehmens. Und er zählt Kunden auf: «Die amerikanische Notenbank während des Bear-Stearns-Debakels, der AIG- und Fannie-Mae-Krise; und als die UBS ihre Probleme hatte, hat uns die Schweizerische Nationalbank angeheuert.»

Fassade von Blackrock in New York, Froschperspektive.

Bildlegende: Hauptsitz in New York: 1988 gegründet, beschäftigt Blackrock heute mehr als 10'000 Mitarbeiter. Reuters

Von der SNB kommt ein prominentes Mitglied der Blackrock-Geschäftsleitung: Philipp Hildebrand ist seit Herbst 2012 für den Vermögensverwalter tätig. Nach seinem Abgang bei der SNB wurde er aufgrund seines Know-hows und seiner guten internationalen Vernetzung für Blackrock-Chef Larry Fink interessant.

«In der Tat hat Larry mich rasch angerufen, sehr rasch sogar nach meinem Rücktritt», bestätigt Philipp Hildebrand im Interview mit «ECO». «Wir haben dann längere Zeit miteinander diskutiert.» Philipp Hildebrand ist heute für grosse Institutionen in Europa, im Nahen Osten und in Asien zuständig.

Blackrock lässt Öffentlichkeit im Dunkeln

Heute berät Blackrock auch die krisengeschüttelten europäischen Länder. Dass Griechenland, Irland und Zypern auf die Hilfe der US-Firma zurückgegriffen haben, ist bekannt. Über andere Mandate lässt das Unternehmen die Öffentlichkeit im Dunkeln. Experten gehen davon aus, dass Blackrock an allen europäischen Krisenherden präsent ist.

Blackrock ist in der Wirtschaftskrise zu einem Riesen herangewachsen: Der «Schwarze Fels» bewegt Finanzmärkte und beeinflusst Regierungen. Eine solche Machtfülle in den Händen eines Unternehmens sucht ihresgleichen. Und wird zunehmend beunruhigend.