Britischer Notenbankchef bleibt bis 2019 im Amt

Mark Carney bleibt bis nach dem Brexit Chef der britischen Notenbank. Befürworter des EU-Austritts hatten ihm vorgeworfen, vor der Brexit-Abstimmung übertrieben vor den wirtschaftlichen Folgen eines EU-Austritts gewarnt zu haben.

Mark Carney im Porträt.

Bildlegende: Mark Carney möchte noch bis 2019 Notenbankchef des Vereinigten Königreiches bleiben. Keystone / Archiv

Der britische Notenbankchef Mark Carney hat Spekulationen um seinen Amts-Verbleib beendet und seinen Vertrag bis Juni 2019 verlängert. Damit stehe er über das erwartete Ende der Verhandlungen über einen EU-Austritt hinaus zur Verfügung, hiess es in einem Schreiben Carneys an Finanzminister Philip Hammond.

«Dies sollte mit dazu beitragen, dass ein ordentlicher Übergang zu neuen Beziehungen Grossbritanniens zu Europa gesichert wird.» Carney hatte die Option, nach seiner bis 2018 laufenden Amtszeit drei weitere Jahre an der Spitze der Bank of England (BoE) zu bleiben.

Carney Familie will zurück in die kanadische Heimat

Am Wochenende hatten widersprüchliche Zeitungsberichte für Unruhe gesorgt. Die «Financial Times» berichtete, Carney stehe bereit, sein Amt bis 2021 auszuüben. Die «Sunday Times» berichtete dagegen, Carney werde wohl 2018 abtreten, denn er sei mit der Regierung von Premierministerin Theresa May unzufrieden und stehe Hammonds Vorgänger George Osborne näher.

Die «Times» berichtete, der Kanadier habe persönliche Gründe für einen Rückzug 2018, da seine Familie in ihre Heimat zurückkehren wolle. Der Notenbankchef hatte eine Entscheidung bis Jahresende in Aussicht gestellt.

Carney steht seit Juli 2013 an der Spitze der britischen Notenbank. Befürworter des EU-Austritts hatten ihm vorgeworfen, er habe vor dem Brexit-Votum vom 23. Juni mit überzogenen Warnungen vor den wirtschaftlichen Folgen eines EU-Ausstiegs Stimmung gegen einen solchen Schritt gemacht.