Brüssel prüft Zementhochzeit

Der EU-Wettbewerbskommissar kündigt eine Abklärung der Fusion zwischen den Zementherstellern Holcim und Lafarge an. Das kann mehrere Monate dauern.

Zementsäcke mit der Aufschrift Holcim

Bildlegende: Holcim und Lafarge kommen zusammen auf einen Umsatz von rund 39 Milliarden Franken. Keystone

Die EU-Kommission wird die geplante Fusion zwischen dem Schweizer Zementkonzern Holcim und dem französischen Konkurrenten Lafarge genau unter die Lupe nehmen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia kündigte an, den Zusammenschluss der beiden Firmen eingehend zu prüfen.

«Die beiden Konzerne haben uns vorige Woche über ihre Pläne informiert», sagte Almunia. «Nun werden wir mehr Informationen erhalten, denn der Fall sollte natürlich auf unserer Ebene analysiert werden.» Angesichts der Grösse und Marktstellung der Firmen werde die Prüfung sehr genau ausfallen. Die Untersuchung der Brüsseler Behörde kann mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Verkauf von Geschäftszweigen geplant

Holcim und Lafarge hatten am Montag angekündigt, bis Mitte 2015 zu fusionieren. Zusammen kommen die beiden Unternehmen auf einen Umsatz von rund 39 Milliarden Franken.

Angesichts von Überlappungen wollen die Firmen aber Geschäfte mit einem Umsatz von insgesamt rund fünf Milliarden Euro verkaufen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Holcim und Lafarge werden zum grössten Betonmischer

    Aus Tagesschau vom 7.4.2014

    Die Fusion Holcim und Lafarge, den beiden grössten Zementherstellern der Welt, ist perfekt. «Lafarge-Holcim» wird einen französischen CEO haben; entschieden wird künftig jedoch am Hauptsitz in der Schweiz.

  • Rolf Soiron, Holcim-Verwaltungsratspräsident.

    «LafargeHolcim» - weltgrösster Zementhersteller

    Aus Echo der Zeit vom 7.4.2014

    Der französische Zementkonzern Lafarge und der schweizerischen Zementkonzern Holcim wollen sich zusammentun. Die Fäden gezogen hat der 69-jährige Rolf Soiron, seit über zehn Jahren Verwaltungsrats-Präsident von Holcim. Das Interview.

    Eveline Kobler