Zum Inhalt springen
Inhalt

Wirtschaft Bucher-Chef zum Stellenabbau: «Wir prüften alle Optionen»

Der Niederweninger Industriekonzern Bucher will seine Kehrfahrzeuge künftig komplett im Ausland herstellen. Die Nachfrage sei zu tief, zusätzlich mache Bucher der starke Franken zu schaffen. Durch die Neustrukturierung fallen insgesamt 65 Stellen weg, der grösste Teil davon in der Schweiz.

Legende: Audio Bucher baut Stellen ab (10.2.16) abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
01:53 min

Bucher will die Herstellung von Kehrfahrzeugen künftig auf seine Standorte in Lettland und Grossbritannien konzentrieren. Von den Massnahmen nicht betroffen sind die Spezialkehrfahrzeuge «Beam», die weiterhin in Dänemark hergestellt werden, wie Bucher mitteilt.

Sparpotenzial: 6 Millionen Franken

Insgesamt fallen der Reorganisation 65 Stellen zum Opfer – 60 davon in der Schweiz, fünf in Grossbritannien. Es gehe nicht mehr anders, sagt Bucher-CEO Philip Mosimann im Interview mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen»: «Wir haben ein ganzes Jahr lang alle Optionen geprüft, beim Einkauf, bei der Technik, bei der Effizienz. Wir haben sogar die Arbeitszeit der Mitarbeiter verlängert. Das war kein Entscheid, den wir auf die leichte Schulter nahmen.»

Schwieriger Wettbewerb

Gemäss Mosimann ist die Nachfrage nach Kehrfahrzeugen anhaltend tief. Zudem hätten Überkapazitäten der Anbieter von Kehrfahrzeugen und der starke Schweizer Franken zu einem viel höheren Kosten- und Wettbewerbsdruck geführt.

«Die öffentliche Hand schreibt ihre Aufträge auf und bevorzugt den Bewerber mit dem besten Preis», sagt Mosimann, «das heisst für uns: Wir müssen kostengünstig und konkurrenzfähig sein, sonst bekommen wir keine Aufträge mehr.»

Mit den Massnahmen will Bucher insgesamt sechs Millionen Franken im Jahr einsparen. Die betroffenen Arbeitnehmer in Niederweningen sind bereits am Dienstag informiert worden. Nun werden die Konsultationen über die Massnahmen und den Sozialplan aufgenommen. Bucher will insgesamt sechs Millionen Franken im Jahr einsparen können. Die Rationalisierung kostet den Konzern vier Millionen Franken in den Jahren 2016 und 2017.

Chef bei Sparte Municipal neu

Die Sparte Municipal von Bucher wird künftig von Aurelio Lemos geleitet. Der Spanier kam 2003 zu Bucher. In der Sparte Municipal ist die Herstellung von Kehrfahrzeugen eingegliedert. In weiteren Sparten stellt Bucher unter anderem Landwirtschaftsmaschinen oder Hydrauliksysteme her.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Also die Produktion in Dänemark ist günstiger ist als in CH. Toll! Es würde mich interessieren, wie viel MA im Rahmen der PFZ ins Land geholt worden sind und was sie jetzt machen, wenn sie den Job verlieren. Über diese Aspekte werden wir nämlich nicht informiert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit. In diese Bereich hat die Schweiz eben aufgrund hoher Kosten, grundsätzlich schlechtere Bedingungen. Zudem ist der heimische Markt wahrscheinlich auch gesättigter als anders wo. - Mit der PFZ haben wir einen bösen Fehler gemacht. Jetzt haben wir genau das was absehbar gewesen ist. Mehr Leute & weniger Job's und die Wirtschaft kann's nicht mehr richten so sehr sie sich müht, und wälzt dieses Problem nun auf die Oeffentlichkeit ab.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hermann Dettwiler (Alapeller)
    Wenn der Produzent natürlich seine alte Maschine als Innovations-Endstand betrachtet, kann ja nur über den tiefsten Preis verkauft werden. Aber eine clevere Lösung mit hohem Nutzen darf auch teurer sein, nur - Firma BUCHER - ohne Entwicklungskosten geht es nicht...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen