China bleibt Weltmeister im Fälschen

Post-Kontrollen decken auf: 77 Prozent der in der EU beschlagnahmten Fälschungen kommen aus dem Reich der Mitte. Besonders gern kopieren die Chinesen Zigaretten und Medikamente.

Gefälschte Taschen in einem Geschäft in Hongkong.

Bildlegende: Fälschungen – so weit das Auge reicht. Keystone

China ist nach wie vor das Land, aus dem die meisten gefälschten und nachgemachten Produkte in die EU exportiert werden. Aus dem Jahresbericht der EU-Kommission über den Schutz geistigen Eigentums geht hervor, dass gut 64 Prozent der vom Zoll abgefangenen Waren aus China kamen.

Am Gesamtwert der Produktfälschungen in Höhe von knapp einer Milliarde Euro hatte China im vergangenen Jahr sogar einen Anteil von 77 Prozent.

70 Prozent der illegalen Einfuhren wurden bei Postkontrollen entdeckt. Allein in 23 Prozent der Post-Fälle ging es um gefälschte Medikamente. Den insgesamt grössten Anteil an den nachgemachten Produkten hatten Zigaretten mit 31 Prozent.

Ausser China waren unverändert Hongkong, Bulgarien und die Türkei führend beim Export von gefälschten Produkten.

40 Millionen Waren

Der am Montag in Brüssel veröffentlichte Bericht spricht von etwa 40 Millionen Waren, mit denen Urheber- oder Markenrechte verletzt wurden. Im Jahr zuvor waren es 144 Millionen – der Unterschied beruht den Angaben zufolge auf einigen wenigen grossen Exporten mit sehr vielen Waren. Die Zahl von 90'000 entdeckten Fällen lag nur knapp unter der des Vorjahres.