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Zusammenschluss unter Gleichen Clariant und Huntsman waren zum Handeln gezwungen

Der Zusammenschluss der beiden Spezialchemie-Firmen ist kein Zufall. Clariant und Huntsman stehen unter Zugzwang.

Massimo Agostinis
Legende: Massimo Agostinis ist Wirtschaftsredaktor bei SRF. Davor war er als Italien-Korrespondent für SRF tätig. SRF

Sowohl Huntsman als auch Clariant betonten an ihrer Medienkonferenz, dass es sich beim Zusammengehen um einen «Zusammenschluss unter Gleichen» handle. Die Produkte der beiden Unternehmen ergänzen sich weitgehend.

Bei beiden laufen die Geschäfte im Moment einigermassen zufriedenstellend, wenn auch nicht berauschend. Weil aber die Konkurrenten viel stärker wachsen als sie, meist mit Fusionen und Zusammenschlüssen, sahen sich Clariant und Huntsman zum Handeln gezwungen. Und weil die beiden Unternehmenschefs ohnehin seit 2009 in permanenten Kontakt sind und schon etliche Male über einen Zusammenschluss geredet haben, folgt den Gesprächen nun die Tat.

Nach dem Zusammenschluss wird der neue Konzern HuntsmanClariant die Nummer zwei in der Branche. Der Hauptsitz wird in Pratteln (BL) sein, das operative Herz hingegen in Texas. Peter Huntsman betont gegenüber Radio SRF, dass das neue Unternehmen ein Schweizer Konzern sein werde. Er werde als Konzernchef einfach häufiger in der Schweiz sein als vorher. Huntsman hat nach der Fusion von Ciba und Sandoz zur Novartis einen Teil der Spezialitätenchemie übernommen und ist daher in Basel mit einem eigenen Werk bereits vertreten.

Bestehende Werke sollen nicht geschlossen werden.

Einen Kahlschlag bei Produktionsstätten und Beschäftigten wird es nach der Übernahme vorderhand nicht geben. Zwar erwarten die beiden Unternehmen Einsparungen von 400 Millionen Dollar bis in zwei Jahren. Bestehende Werke sollen aber nicht geschlossen werden. Stellen dürften aber verloren gehen.

Die Schweiz, so heisst es, sei davon aber nicht betroffen. Beide Unternehmen beschäftigen in der Schweiz zusammen rund 1200 Mitarbeitende.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Bald hat es sich ausgewachsen ! Wir schreiben das Jahr 2050 -nur noch ein Chemiekonzern !
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Dieses Beispiel und Agostinis Argumentation zeigen: Heute schon ist der Punkt erreicht, an dem das für unser Wirtschaftssystem grundlegende Wachstum zum grossen Teil nur noch durch Konzentration und Akquise erreicht werden kann. Das Wachstum des einen ist der Niedergang des anderen - im Idealfall ein Nullsummenspiel, im Normalfall ein gesellschaftlicher Verlust. Höchste Zeit also, sich im eigenen nahen sozialen Umfeld so zu organisieren, dass man die nächsten Krisen möglichst schadlos übersteht.
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